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Zürich Schaffhausen Höchststrafe für «Vatermord» von Beringen gefordert

Die Frau, die im Juli 2011 in Beringen ihren Vater getötet und ihre Mutter schwer verletzt hat, steht erneut vor Gericht. Das Schaffhauser Kantonsgericht hatte sie zu 18 Jahre Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft verlangt vor dem Obergericht erneut eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Das Gerichtsgebäude in der Stadt Schaffhausen
Legende: Mord oder vorsätzliche Tötung? Das Schaffhauser Obergericht rollt den «Vatermord» von Beringen neu auf. SRF

Das Urteil der ersten Instanz hatten sowohl Anklage als auch Verteidigung ans Schaffhauser Obergericht weitergezogen. Die Staatsanwältin hat am Mittwochmorgen bei der Verhandlung erneut eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchten Mordes gefordert. Die Tat sei an Schrecklichkeit kaum zu überbieten. «Was ist Mord, wenn nicht dies?», sagte die Staatsanwältin.

Vom Vater beleidigt

Dass der Vater sie angeblich als «dumme Kuh» bezeichnet habe, rechtfertige die Tötung nicht. Die Staatsanwältin schilderte die Angeklagte als berechnend, hinterhältig und brutal. Die Tat sei Ausdruck einer «krass egoistischen Gesinnung».

Die heute 24-jährige Frau ist geständig, bestritt auch vor dem Obergericht die Anschuldigungen nicht und bereut ihre Taten auch nicht. Ihr Vater habe sie jahrelang gedemütigt, beleidigt und auch geschlagen. Und ihre Mutter habe nichts dagegen unternommen, sagte sie vor Gericht aus. Deshalb habe sie nichts zu verlieren gehabt, an jenem Julimorgen vor drei Jahren. Die Angeklagte bezeichnet sich selber als Satanistin.

Verteidiger fordert höchstens 12 Jahre

Die Verteidigung hatte, wie schon vor dem Kantonsgericht, eine zehnjährige Haftstrafe wegen vorsätzlicher Tötung verlangt. Die junge Frau habe aus Verzweiflung und Hilflosigkeit gehandelt und nicht aus Mordlust oder rein egoistischen Motiven. Sollte das Obergericht die Tat trotzdem als Mord taxieren, seien 12 Jahre Haft genug. Das Urteil wird am Donnerstag eröffnet.

Mit Küchenmesser zugestochen

Die Beschuldigte war am Morgen des 26. Juli 2011 zu ihren Eltern gefahren, mit zwei Küchenmessern und einem Pfefferspray im Gepäck. Sie stach insgesamt 17 Mal auf ihren Vater ein, der auf dem Sofa geschlafen hatte. Als die Mutter zu Hilfe eilte, verletzte die Tochter auch sie schwer. Erst der Bruder konnte seine Schwester stoppen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Ch. Gerber, Basel
    Moment, wenn diese Frau Geschlagen, gedemütigt und beleidigt hatte, könnte es einen Grund haben. Wenn nicht dann kann ich es Verstehen wenn die Frau sich derart zur wehr setzte. Mobbing ist eines der grössten Probleme unserer Zeit. Das endet oft in Suizid oder in Amokläufen. Somit muss man sich die Verhäldniss frage stellen. Schlussendlich ist eine Tödliche Notwehr eben doch kein Mord oder vorsätzliche Tödung. Das sollten genau untersucht werden.
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  • Kommentar von Marc Meier, Bern
    Ich frage mich einfach nur, was Anwälte in ihrem Studium lernen. Wie kann es sein, dass ein Verteidiger einen Mord mit Verzweiflung und Hilflosigkeit legalisieren will? Es gibt noch viele hilflose und verzweifelte Menschen - sollen diese auch einfach morden? Diese wusste genau was sie tat und hat als Satanistin skrupellos und bewusst einen Menschen getötet. Dafür soll sie nun ihre Strafe erhalten.
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    1. Antwort von L. Duende, Mundo
      Herr Meier, wenn es Sie tatsächlich interessiert, was man im Jus-Studium lernt, können Sie sich bei Universitäten informieren oder Rechtsanwälte fragen. Um abstrakte oder intellektuelle Antworten zu vermeiden, würde ich an Ihrer Stelle ganz einfach fragen, was der Unterschied zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ist.
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