«Ich kämpfe ums Neumarkt-Publikum»

Mit seinem radikalen Neukonzept hat der neue Leiter des Theaters Neumarkt das Zürcher Publikum noch nicht überzeugt. Für die zweite Spielzeit soll ein Theater-Halbtaxabo die Zuschauer ins Neumarkt locken.

Peter Kastenmüller, Intendant am Theater Neumarkt.

Bildlegende: Peter Kastenmüller, selbsternannter Kämpfer für das Theater Neumarkt. zvg Caspar Urban Weber

Das Zauberwort im Konzept des Neumarkt-Leitungsteams Peter Kastenmüller / Ralf Fiedler heisst: «Plattform». Unter solchen Plattformen versteht das Duo nicht nur Theaterpremieren, sondern auch Lesungen, Diskussionen und Konzerte zu einem bestimmten Thema. Die neue Spielzeit wird mit der Plattform «Lügen» eröffnet, danach folgen die Themenschwerpunkte «Alpenwut» und «Draussen».

Schon in ihrer ersten Saison am Neumarkt. arbeiteten Kastenmüller und Fiedler mit solchen Plattformen - und überforderten offenbar das Publikum. Auf alle Fälle war das Theater nicht immer voll, so Peter Kastenmüller: «Das ist natürlich unglücklich, und wir können damit nicht zufrieden sein.» Erstaunlicherweise seien aber gerade die verrücktesten und unkonventionellsten Projekte bei den Zürchern am besten angekommen.

Für 20 Franken ins Theater

Für die neue Saison führt das Theater Neumarkt so etwas wie ein Halbtax-Abo ein. Das kostet pro Jahr 89 Franken und erlaubt den Theaterbesuch für 20 Franken pro Vorstellung. «Ich will damit möglichst viele Leute fürs Neumarkt begeistern», erklärt Peter Kastenmüller, «und solange ich hier bin, werde ich ums Publikum kämpfen.»