Jetzt hat Bell den Salat

Der Schweizer Fleisch- und Fertiggerichtekonzern Bell übernimmt die Eisberg-Gruppe aus Dänikon ZH, die auf Fertigsalate spezialisiert ist. Ein Besuch im Unternehmen, das jedes Jahr 55 Millionen Franken Umsatz mit Salat macht.

Nur 12 Grad Celsius hat es in der Rüsterei der Salatfabrik Eisberg in Dänikon und es riecht durchdringend nach Salat. Kunststück – auf grossen Paletten warten die Eisberg-Salatköpfe darauf, gerüstet, gewaschen und geschnitten zu werden. Rund 50'000 sind es pro Tag.

Kampf den Schnecken und Regenwürmern

Vieles ist nach wie vor Handarbeit. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in grünen Overalls, Haarnetzen und Mundschutz schneiden Strünke aus dem Salat, kontrollieren sie optisch. Seit vier Jahren übernimmt eine Maschine die Endkontrolle, stellt sicher, dass keine Schnecken, Würmer, Steine und andere Fremdkörper in die abgepackten Salate gelangen. Seither seien die Reklamationen massiv zurückgegangen, erzählt Geschäftsleiter Stefan Brägger: «Wir sind total zufrieden, haben tolle Feedback von den Kunden.»

Die Salatköpfe: Der künftige Eisberg-Geschäftsleiter Christian Guggisberg (links), sein Vorgänger Stefan Brägger.

Bildlegende: Die Salatköpfe: Der künftige Eisberg-Geschäftsleiter Christian Guggisberg (links), sein Vorgänger Stefan Brägger. SRF

Salat für Big Mac und Co.

80 der 400 Eisberg-Angestellten arbeitem am Standort Dänikon. Der Betrieb hat Standorte in Ungarn, Rumänien und Polen und generiert mit Frisch- und Fertigsalaten einen Jahresumsatz von 55 Millionen Franken. Grösster Abnehmer ist seit Jahren der Fastfood-Gigant McDonald's.

Kein Stellenabbau in Dänikon

Am Morgen wurden die Däniker Angestellten informiert, dass das Unternehmen verkauft wurde: Neue Eigentümerin ist ab April die Bell-Gruppe, die sonst vor allem für ihre Bratwürste, Koteletten und Salami bekannt ist. Der Salat passe bestens zu ihnen, sagt der designierte Geschäftsleiter Christian Guggisberg, denn mit der Gastro-Star, einer Tochtergesellschaft von Bell, die ebenfalls Salate produziert, habe man bereits grosse Erfahrung im Salatgeschäft.

Für die Mitarbeiter werde sich nichts ändern: «Der Standort Dänikon wird eher gestärkt, wir sind froh um die Kapazitäten in Dänikon.» Da sich die Gastro-Star im Nachbarort Dällikon befinde, werde es einfach sein, diese Kapazitäten auch zu nutzen.

(kerf;bruc; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)