Jungparteien machen sich für das Nachtleben in Zürich stark

Fünf Jungparteien haben sich zum Verein «Pro Nachtleben Zürich» zusammengeschlossen und eine Petition lanciert. Sie wollen, dass das Nachtleben in Zürich attraktiv bleibt. Nur die Jungsozialisten sind nicht mit von der Partie.

Ein Becher Bier steht auf einem Brunnenrand, im Hintergrund verschwommene Gestalten Nachtlichter

Bildlegende: Nicht gerade Freibier für alle – aber doch weniger Regeln für das Nachtleben fordern die Zürcher Jungparteien. Keystone

Auslöser für die Gründung des Vereins war ein Entscheid des Zürcher Stadtrates. Er erlaubt Anwohnern, dass sie sich mit Rekursen gegen verlängerte Öffnungszeiten von Bars und Clubs wehren können.

Damit werde den Anwohnern neu ein mächtiges Instrument in die Hand gegeben, welches die Landschaft und Weiterentwicklung der Bar- und Clubbetriebe der Stadt Zürich erheblich stören und erschweren wird, schreiben die Jungparteien in einer Mitteilung.

«  Das attraktive Nachtleben in der Stadt Zürich ist in Gefahr. »

Claudio Zihlmann
Präsident Verein «Pro Nachtleben Zürich»

Mit dem Verein wollen sie sich dafür einsetzen, «dass das Nachtleben in Zürich weiterhin attraktiv und kulturell hochstehend bleibt». Als erstes haben die Jungparteien eine Petition mit sieben Forderungen lanciert. Es soll zum Beispiel bei der Stadt einen Ansprechpartner für das Nachleben geben, wie ihn Winterthur schon kennt. Auch nichtkommerzielles Nachtleben soll gefördert werden. Generell soll die Stadt weniger regulieren und mehr ermöglichen.

«  Wir müssen auf viele verschiedene Bedürfnisse Rücksicht nehmen. »

Robert Soós
Sprecher Polizeidepartement

Die Stadt begrüsst das Engagement der Jungparteien. «Es ist wichtig, dass alle Leute, die involviert sind, eine Stimme haben und ihre Interessen einbringen», sagt Robert Soós, Sprecher des Polizeidepartements. Allerdings gelte es beim Nachtleben stets verschiedene Bedürfnisse gegeneinander abzuwägen: «Es ist eine schwierige Gratwanderung zwischen den Anliegen des Partyvolkes und den Interessen der Anwohner mit ihrem Nachtruhebedürfnis.»

Die Forderung der Jungparteien, die Änderungen bei der Bewilligungspraxis zurück zu nehmen und den Anwohnerinnen und Anwohnern die Rekursmöglichkeit wieder zu nehmen, dürfte es aber schwer haben. «Die Chancen stehen schlecht», sagt Larisa Mbolo, Sprecherin des Hochbaudepartementes. «Der Stadtrat hat die Praxis nicht freiwillig geändert, sondern aufgrund eines Gerichtsentscheides.» Es liegt also nicht in den Händen des Stadtrates, hier Änderungen vorzunehmen.

Alle machen mit, ausser der Juso

Im Verein machen die Jungparteien von FDP, SVP, CVP, GLP und den Grünen mit. Unterstützt werden sie von der Bar und Club Kommission Zürich, in der viele Zürcher Nachtclubs zusammengeschlossen sind. Wieder ausgestiegen sind die Jungsozialisten. Sie forderte etwa die Aufhebung des Konsumationszwangs, was die anderen Parteien ablehnten.