Kanton Schaffhausen hortet zu viel Bauland

Der Kanton Schaffhausen hat zu viel Bauland eingezont. Dies zeigen neue Berechnungen des Bundesamtes für Raumentwicklung. Schaffhausen ist einer von vier Kantonen, der nun Bauland zurückzonen müsste. Dort sieht man dafür allerdings keinen Anlass.

Der Weinberg von Hallau, im Hintergrund das Dorf Neunkirch.

Bildlegende: Im «kleinen Paradies» könnte es eng werden: Die Zahl der Einwohner soll von heute 78'000 auf 90'000 wachsen. Keystone

Im März sagte das Volk deutlich Ja zu einem Gesetz das verhindern soll, dass die Schweiz zubetoniert wird. Das neue Raumplanungsgesetz hat das Ziel, dass Kantone und Gemeinde nur noch Bauland für die nächsten 15 Jahre einzonen dürfen.

Zürich und andere Deutschschweizer Kantone erfüllen die neuen Kriterien ganz oder wenigstens knapp. Eine Übersicht des Bundes zeigt, Schaffhausen ist neben dem Wallis, Neuenburg und dem Jura das Negativbeispiel.

Rückzonung «sicher nicht im grossen Stil»

Der Schaffhauser Baudirektor Reto Dubach ist überrascht: «Das ist mit Nichten und Neffen so.» Vor allem weil der Kanton Schaffhausen bei früheren Berechnungen die Bedingungen nur knapp nicht erfüllt habe. Eine Studie der ETH habe nun gezeigt, dass sich in einzelnen Fällen in ländlichem Gebiet tatsächlich die Frage einer Rückzonung stelle, im Zentrum habe es jedoch zu wenig Bauland.

Schaffhausen will weiter wachsen

«Schaffhausen wird sicher nicht im grossen Stil Bauland zurückgeben», sagt Dubach gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Der Kanton sei ohnehin daran, ein neues Baugesetz und einen neuen Richtplan auszuarbeiten. Zukünftig sollen Gemeinden sich besser absprechen und auch Land abtauschen können. So solle es möglich sein, dass bis im Jahr 2030 zusätzlich 12'000 Menschen in Schaffhausen wohnen.