Kantonsgrenze soll kein Hindernis sein

Drei Kehrichtverbrennungsanlagen in den Kantonen Zürich und Aargau wollen zusammenspannen. Zur Diskussion steht unter anderem ein neuer Standort im gemeinsamen Einzugsgebiet. Eine Zusammenarbeit in der Kehrichtverbrennung zwischen den beiden Kantonen, wäre ein Novum.

Kehrrichtverwertungsanlage in Dietikon

Bildlegende: Die Kehrichtverbrennung in Dietikon ZH würde bei einem Zusammenschluss stillgelegt. Keystone

Die Kehrichtverbrennungsanlagen Dietikon (ZH), Buchs (AG) und Turgi (AG) wollen sich gemeinsam für die Zukunft rüsten und zusammenspannen, teilen die Verantwortlichen am Mittwochmorgen an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit.

Die Anlagen in Dietikon und Turgi haben nämlich dasselbe Problem: Beide haben bis 2030 ihre Lebensdauer erreicht und müssten erneuert werden. Jedoch hätte ein Neubau an diesen beiden Standorten, aufgrund verschiedenster Umweltauflagen, nur wenig Chancen. Die Kehrichtverbrennungsanlage von Buchs ist zwar nicht erneuerungsbedürftig, wäre aber langfristig etwas zu klein um zu rentieren.

Die Zürcher und die Aargauer Betreiber suchen nun nach einer gemeinsamen Lösung für die Zeit nach 2030. Dafür wurde ein Kooperationprojekt mit dem Namen «EVA - Effiziente Verwertung von Abfall» auf die Beine gestellt.

Zwei Möglichkeiten werden geprüft

Einerseits könnte die KVA in Buchs ihre Kapazität verdoppeln und die KVA Turgi saniert werden. Die KVA in Dietikon würde stillgelegt. Der Abfall würde dann aus dem Kanton Zürich in den Kanton Aargau transportiert werden.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein neuer gemeinsamer Standort. Die beiden Standorte Dietikon und Turgi würden dann stillgelegt.

Nicht um jeden Preis

Bis Ende 2017 sollen diese Möglichkeiten umfassend geprüft werden. «Wir prüfen einen möglichen gemeinsamen Standort und untersuchen die ökologischen und ökonomischen Folgen», sagt Jean-Pierre Balbiani vom Dietiker KVA. Eine Zusammenarbeit soll aber nicht um jeden Preis erfolgen, sagt Balbiani. «Alle drei Partner verfolgen parallel auch ihre eigene Strategie. Es kann deshalb sein, dass einer der drei Partner eine eigene Lösung der Kooperation vorzieht», so Balbiani.