Kantonsrat will höhere Billetpreise für Zürcher Verkehrsverbund

Damit die Kosten der Bahn- und Buslinien im Kanton besser gedeckt sind, sollen die Billetpreise erhöht werden. Das findet die bürgerliche Mehrheit des Kantonsrats. Linke Stimmen warnten vergeblich, dass so mehr Pendler auf das Auto umsteigen könnten.

Ein Zug des Zèrcher Verkehrsverbunds in einer Modellansicht

Bildlegende: Die Züge sollen teurer werden, damit der ZVV besser rentiert. Keystone

Kostendeckungsgrad - dieses Wort wurde im Zürcher Kantonsrat heute wohl am häufigsten gebraucht. Der Kostendeckungsgrad des Zürcher Verkehrsverbunds müsse erhöht werden, Bahn- und Buslinien müssten noch mehr rentieren als heute, fand die bürgerliche Mehrheit. 2015 lag der Kostendeckungsrat bei 65 Prozent. Zum Vergleich: In den 90er-Jahren waren es erst 50 Prozent.

Den Kostendeckungsgrad könne man gut auf 70 Prozent erhöhen, war FDP-Kantonsrat Olivier Hofmann überzeugt. EVP-Kantonsrat Gerhard Fischer gab aber zu bedenken, dass dies nur auf zwei Arten erreicht werden könne: Durch eine Erhöhung der Ticketpreise, oder, indem unrentable Linien geschlossen würden.

Keine Buslinien streichen

Buslinien streichen will der Kantonsrat nicht. Aber höhere Billetpreise seien verkraftbar, fanden die Bürgerlichen. Daniel Heierli von den Grünen warnte vergeblich, dass so Kunden aufs Auto umsteigen könnten.

Für nächstes Jahr hat der ZVV ohnehin schon einen Preisaufschlag von 2,5 Prozent geplant. Wie die Preise danach steigen sollen, ist jetzt noch nicht klar. Die zuständige Regierungsrätin Carmen Walker-Späh (FDP) betonte allerdings, massiv teurer dürften die Billette nicht werden, da dies die ZVV-Kunden nicht akzeptieren würden.