Kantonsratswahlen 2015: Die SP

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach: In den letzten Jahren war die SP im Parlament nur dann erfolgreich, wenn sie Kompromisse geschmiedet hat. Die SP will deshalb ihren Wähleranteil um mindestens zwei Prozent steigern. Damit die Verhältnisse in Zukunft klarer sind.

Ein UBS Stick mit dem SP Slogan: Für alle statt für wenige.

Bildlegende: Für die SP oder doch nicht? Die Genossen hoffen ihren Wähleranteil 2015 leicht zu steigern. Keystone

  • Wähleranteil 2011: 19,3 Prozent (2007: 19,5)
  • Sitze im Kantonsrat: 35 (2007: 36)
  • Regierungsräte: Mario Fehr (Sicherheit), Regine Aeppli (Bildung)
  • Wahlslogan: Wir packen an! Für alle statt für wenige

2007 war für die SP des Kantons Zürich eine Katastrophe. Sie verlor 17 ihrer 53 Sitze im Parlament. 2011 konnten die Genossen den Sinkflug stoppen - mussten dennoch einen Sitz im Parlament abgeben. Und 2015? Da soll es wieder aufwärts gehen. Präsident Daniel Frei ist guter Hoffnung: Er hat eine Steigerung des Wähleranteils um mindestens zwei Prozent als Wahlziel erklärt.

Für die SP waren die letzten vier Jahre im Parlament ziemlich frustrierend. Trotz enger Zusammenarbeit auf der linken Ratsseite mit Grünen, AL und in ökologischen Fragen oftmals auch den Grünliberalen reichte es selten zu einer Mehrheit. Besonders deutlich wurde dies bei der Richtplandebatte, bei welcher die SP grossmehrheitlich zu den Verliererinnen zählte.

Erfolg durch Kompromisse

Erfolgreicher waren die Genossen, wenn sie Kompromisse schmiedeten. So beispielsweise beim Thema Klassengrösse, wo das Volk einen gemässigten Gegenvorschlag gut hiess oder beim Thema günstiger Wohnraum. Auch da kam nur ein gemässigter Gegenvorschlag durch, der vor allem von der CVP mitgetragen wurde.

Mit einer Steigerung des Wähleranteils um zwei Prozent hofft SP-Präsident Daniel Frei, dass seine Partei wieder einfacher zu Mehrheiten im Rat kommt. Er verweist auf die äusserst knappe Abstimmung zum Autoverbot für Sozialhilfeempfänger. Da reichten eine höhere Präsenz und damit ein paar Stimmen mehr auf der linken Ratsseite, um den Entscheid in der zweiten Lesung zu Gunsten von links kippen.