KBA Hard: «Die Anlage kann nie erfolgreich betrieben werden»

Im Februar zog der Schaffhauser Stadtrat bei der Erneuerung der Kehrichtbehandlungsanlage Hard die Notbremse. Die KBA drohte um Millionen teurer zu werden als geplant. Nun fällen Experten in ihrem Bericht ein vernichtendes Urteil: Die Anlage wird nie rentieren. Die Stadt plant eine Neuausrichtung.

Die Gärtürme der KBA Hard.

Bildlegende: In den Biomasse-Türmen gärt es nicht genug, beim ganzen Projekt dafür umso mehr: die KBA Hard. zvg

Im Jahr 2006 beschlossen Schaffhausen, Flurlingen, Neuhausen und Feuerthalen die KBA Hard in Beringen zu erneuern. 29 Millionen Franken wurden gesprochen. Eine neue Vergärungsanlage sollte Biogas produzieren, ein neuartiges Verbrennungsverfahren war geplant. Im Frühling 2013 sollte die neue Anlage fertig sein.

Doch im Februar 2013 zog der Schaffhauser Stadtrat die Notbremse. Die Kosten liefen aus dem Ruder, die Investitionen wurden gestoppt, ein Expertenbericht in Auftrag gegeben. Und dieser kommt nun zu einem vernichtenden Urteil: «Die Anlage, so wie sie heute konzipiert ist, wird weder heute noch in Zukunft technisch oder betriebswirtschaftlich erfolgreich betrieben werden können», steht laut Mitteilung der Stadt im Bericht.

Die Stadt geht über die Bücher

Die Stadt plant deshalb eine «teilweise strategische Neuausrichtung». Das Ziel sei, dass die KBA Hard zur zentralen Drehscheibe bei der energetischen Biomasseverwertung in der Region werde. Die Stadt hat deshalb eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Doch wer ist schuld an dem Debakel? Wer ist politisch verantwortlich? Auch diese Fragen werden zur Zeit untersucht, vom ehemaligen Obergerichtspräsidenten David Werner. Der Betrieb der Kehrichtentsorgung, so verspricht die Stadt, werde von all diesen Untersuchungen «nicht tangiert und ist weiterhin gewährleistet».