Küssen und töten: Maximaler Aufruhr am Maxim Theater

Mitten im Langstrassenquartier machen Menschen unterschiedlicher Herkunft seit sieben Jahren Theater. In dieser Zeit hat sich das Maxim Theater weit über den Kreis 4 hinaus einen Namen gemacht. Mit «KissKill» kommt ein Stück über Emanzipation, Freiheit und Gewalt auf die Bühne.

Ausschnitt aus der Bühnenproduktion «KissKill - Malobas Schwestern».

Bildlegende: «Wir wollen auf die Strasse gehen - die Welt verändern» Vorhang auf für «KissKill - Malobas Schwestern». zvg

Als das Maxim Theater 2006 seine Arbeit aufnahm, war die Idee eines interkulturell engagierten Theaters wohl klar, doch fehlten die Spielenden. «Wir mussten sie suchen und waren auf die Unterstützung des Sozialdepartements angewiesen», erzählt Jasmine Hoch, die als Regisseurin das Maxim Theater seit seinen Anfängen mitprägt. Heute würden sie regelrecht überrannt von Theater interessierten Laien aus allen Kulturen.

In der neuen Produktion «KissKill» bringen sechs Spielerinnen auf provokative und unterhaltsame Art Frauenanliegen auf die Bühne. Den brutalen Mord an einer jungen Kongolesin nehmen deren Freundinnen zum Anlass, ein Radiostudio zu stürmen.

Sie nehmen die Moderatorin einer Frauensendung als Geisel und wollen ihre Empörung dem Publikum mitteilen. Dabei scheuen sie auch vor drastischen Mitteln und vor Gewalt nicht zurück.

Es ist ein kontroverser, aber auch ironisch heiterer Theaterabend. Was den Radiopiratinnen misslingt, gesellschaftlich brisanteThemen anzusprechen und Vorurteile zu hinterfragen, gelingt dem Ensemble auf selbstbewusste, lustige und berührende Art und Weise.