Kuoni will seine Reisebüros verkaufen

Der Zürcher Reise-Konzern will sich in Zukunft auf Visageschäfte konzentrieren und als Dienstleister der Reiseindustrie tätig sein. Das Filialnetz der Reisebüros soll aber nicht verschwinden. Kuoni sucht dafür einen Käufer, der die Angestellten weiter beschäftigt.

Der Kopf von Peter Meier hinter einigen Radio-Mikrfonen.

Bildlegende: Kuoni-Chef Peter Meier erklärt vor den Medien den strategischen Entscheid des Reiseunternehmens. Keystone

Das Zürcher Traditionsunternehmen wurde 1906 von Alfred Kuoni gegründet. Das erste Reisebüro war am Bellevue, die erste Gruppenreise kostete 1 Franken und führte auf den Uetliberg. Heute macht Kuoni mit der Organisation von Reisen in alle Herren Länder einen Jahresumsatz von über zwei Milliarden Franken und beschäftigt in dieser Sparte weltweit 3800 Mitarbeiter.

Ein nüchterner Entscheid

Trotzdem gibt der Konzern diese Sparte nun auf. «Der Reisemarkt wird sich weiter stark verändern», begründet CEO Peter Meier den Entscheid. Man wolle darauf vorbereitet sein und sich stärker fokussieren. Kuoni will in Zukunft ausschliesslich als Dienstleister für andere Reiseanbieter auftreten und zum Beispiel Hotelbetten bereitstellen oder Visaanträge abwickeln.

«Es war ein strategischer Entscheid. Da mussten wir die Emotionen ein wenig beiseite lassen», so Peter Meier weiter. Für die Kundinnen und Kunden der Kuoni-Reisebüros soll sich vorerst nichts ändern. Alle Reisebüros sollen von einem neuen Besitzer übernommen werden – samt den Angestellten. Auch den Markennamen würde Kuoni den neuen Besitzern überlassen. Der Käufer muss allerdings erst noch gefunden werden.