Lesen bringt mehr ein als Schreiben

Beinahe gleichzeitig haben sie diese Woche ihre neuen Bücher vorgestellt: Peter Stamm, Franz Hohler und Milena Moser. Mit ihren Lesungen füllen sie ganze Säle - und ihr eigenes Portemonnaie.

Sie stellen ihre neuen Bücher am gleichen Abend am gleichen Ort vor: Franz Hohler sein «Gleis 4», Milena Moser «Das wahre Leben». Beide Lesungen finden im Kaufleuten mitten in der Stadt Zürich statt. Der Klub setzt immer mehr auf Literaturveranstaltungen - diese ziehen ein grosses Publikum an.

Lesungen sind aber auch für die Schriftstellerinnen und Schriftsteller einträglich - für Milena Moser sogar einträglicher als die Bücher selbst. «Ich kann von den Auflagen nicht leben. Die Lesungen sind ein willkommener Zustupf», sagt sie im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».

Lesung als langfristige Kundenbindung

Auch Peter Stamm versucht, sein neues Buch «Nacht ist der Tag» mit einer Lesung an sein Publikum zu bringen. Auch wenn der Erfolg nicht sofort eintritt: «Es hilft, langfristig Leser zu binden. An der Lesung selbst verkauft man normalerweise nicht mehr als 10 oder 15 Bücher. Aber man baut sich eine Gemeinde von Leuten auf, die einen kennen.»

Franz Hohler steht seit 50 Jahren auf der Bühne. Lesungen gehören für ihn zum Geschäft. Die Verlage müssten ihn aber zum Teil auch bremsen: «Sie freuen sich schon über Lesungen. Manchmal sagen sie aber auch: Mach doch etwas weniger Lesungen und schreib dafür wieder mal ein neues Buch!»