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Zürich Schaffhausen Lohengrin in der Holzschachtel

In Wien mochte sie nicht gefallenk: Andreas Homokis Inszenierung von Richard Wagners romantischer Oper «Lohengrin». Die Zürcher Premiere fand mehr Anklang. Vor allem auch wegen der musikalischen Leitung von Simone Young. Die Australierin dirigierte zum ersten Mal in Zürch.

Lohengrin (Klaus Florin Vogt) und Elsa (Elza van den Heever).
Legende: Lohengrin (Klaus Florin Vogt) ist zum ersten Mal allein mit Elsa (Elza van den Heever). zvg

«Es gibt ein Glück» steht in roten Buchstaben auf dem mit zwei roten Herzen geschmückten Vorhang. Es gibt ein Glück, glaubt Elsa von Brabant. Und zumindest für die nächsten paar Stunden bekommt sie Recht. Lohengrin, der Held und Ritter von dem sie träumte, erscheint ihr wirklich.

Im Zürcher Opernhaus wird er nicht von einem Schwan gezogen, er fällt viel mehr vom Himmel, beziehungsweise vom Schnürboden. Und dann liegt er da, im dünnen weissen Hemd. Mitten in einer Gruppe stämmiger Chordamen und Chorherren.

Lohengrin auf der Alp

Andreas Homokis «Lohengrin» spielt in einem kleinen Bergdorf. Einem Ort, an dem man noch an Wunder glaubt. Die Frauen tragen Dirndl, die Männer Lederhosen. Ein zauberhafter Ort ist dies nicht für Wagners romantische Oper. Vom Zürcher Publikum wurde die Inszenierung aber geradezu freundlich aufgenommen, nachdem sie im April in der Wiener Staatsoper heftig ausgebuht wurde.

Zauberhafte Musik

Die Magie passiert im Orchestergraben. Simone Young entlockt dem Orchester unglaubliche Farben. Sie lässt es immer wieder mächtig aufbrausen, nimmt es aber auch sofort wieder zurück, um den Sängerinnen und Sängern genug Raum zu geben. Dass vor allem der Chor häufig sehr laut ist, liegt vor allem am Bühnenbild, einer engen Holzkiste, die wie ein Resonanzraum wirkt.

Neben der australischen Dirigentin Simone Young hatte auch Klaus Florian Vogt sein Zürcher Debut. Der deutsche Tenor reist seit seinem Bayreuther Auftritt quasi als «Lohengrin vom Dienst» durch die grossen Opernhäuser der Welt.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Lüthi, Zürich
    Klaus Florian Vogt ist für mich DER ideale Lohengrin. Seine helle Stimme und die schwebenden Töne wie auch seine Durchschlagskraft passen zu dieser Rolle. Nicht umsonst wurde er, im Gegensatz zum Zürcher Publikum, in Bayreuth 20 Minuten lang bejubelt und gefeiert. Die Inszenierung von Herr Homoki ist ein Aergernis. Wegen dem hölzernen Einheitsbühnenbild und den Trachtenkostümen mit ihrer Deutschtümelei, musste ich allerdings an Karl Moik oder Hansi Hinterseer denken.
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  • Kommentar von Ulrich Landeck, Zollikon
    Lohengrin in dieser Inszenierung à la Ludwig Ganghofer: blass, angejahrt, mit Jünglingsmähne und Bauchansatz; die leicht abgenutzte, jedenfalls unheldische Stimme des Sängers passt insofern. Lohengrin als ältlicher Alpen-Softie - eine 'moderne' Interpretation? - Der Chor - musikalisch sehr gut - aber durch die vom Regisseur auferlegten Mätzchen aus der Inszenierungs-Mottenkiste: ein Haufen von Alpen-Trotteln. - DAS grosse Erlebnis: Petra Lang als Ortrud und Martin Ganter als Telramund. -
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  • Kommentar von Urs Rösli, Zürich
    Ich stelle mir unter einem Heldentenor etwas anderes vor als Klaus Florian Vogt. Doch wen die Medien hochjubeln MUSS ja gut sein. Namen wie Jess Thomas, James King, Andor Konya, auch René Kollo und aus der neusten Zeit vor allem Peter Seiffert und Johan Botha: Das waren und sind für mich Wagner- bzw. Heldentenöre. Ganz zu schweigen von Sängern wie Lauritz Melchior, Leo Slezak, Max Lorenz oder Ramon Vinay aus vergangenen Zeiten. Aber eben: Wir werden bescheiden...
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    1. Antwort von Urs Rösli, Zürich
      Der Tenor, den ich "Andor Konya" nannte ist einem Tippfehler zum Opfer gefallen. Er heisst natürlich Sandor Konya :-)
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    2. Antwort von Christoph Germann, Winterthur
      Klaus Florian Vogt ist tatsächlich kein Heldentenor. Für diese Partie ist auch kein solcher verlangt. Er ist als Figur kein eindimensionaler Kraftprotz, sondern ein vielschichtiger Mensch mit überirdischem Hintergrund. Die Musik, die ihn charakterisiert, ist im Vorspiel zu hören: Musik des Grals von ätherischer Zartheit und himmlischer Schönheit. Diese Mischung von lyrisch und der Möglichkeit, die Stimme doch auszufahren macht Vogt zur idealen Besetzung für den jugendlichen Heldentenor.
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