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Zürich Schaffhausen «Mama Rita» - die Schaffhauser Mutter der Asylsuchenden

Es gehört fast schon zu den «altehrwürdigen» unter den Asylzentren. Im Durchgangszentrum Friedeck im Kanton Schaffhausen wohnen schon seit über 30 Jahren Asylbewerber. Und fast ebenso lange arbeitet Rita Donatz dort, «Mama Rita», wie sie unter den Bewohnern heisst.

Legende: Video «Mama Rita» - der gute Geist im Durchgangszentrum Friedeck abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.01.2015.

Rita Donatz ist stellvertretende Leiterin der Friedeck. Was nach Bürojob klingt, umfasst tatsächlich alles vom Reinigen der Toiletten bis zum Verarzten der Bewohner. Und sie übernimmt auch ein bisschen die Rolle von deren Mutter. «Mama Rita» wird Rita Donatz in der Friedeck von allen genannt und das nicht ohne Grund: Sie hat immer ein offenes Ohr für die Sorgen der Asylsuchenden, sie spielt mit den Kindern, sie liest den Bewohnern aber auch die Leviten, wenn sie Regeln brechen, zum Beispiel klauen oder mit Drogen handeln.

Bewohner aus aller Herren Länder

In der Friedeck wohnen momentan rund 100 Personen aus 27 verschiedenen Nationen. Eigentlich ist das Durchgangszentrum nur für 70 Personen gedacht, wie in vielen Asylzentren sind aber auch hier die Räume im Moment überbelegt. Fast die Hälfte der Asylsuchenden stammt aus Eritrea, viele von ihnen dürfen bleiben und erhalten in den nächsten Wochen ein neues Zuhause.

Es gibt aber auch Bewohner der Friedeck, die seit Jahren hier feststecken. Ali, der seinen richtigen Namen nicht nennen will, wohnt schon 8 Jahre hier. Sein Asylgesucht wurde längst abgelehnt, aber weil die Behörden sein Herkunftsland nicht kennen, kann er nicht ausgeschafft werden. Mit Mama Rita verbindet Ali deshalb eine enge Freundschaft: «Die Leute kommen und gehen. Aber ich und Mama Rita bleiben.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die Asylbewerber können in jedem Land einen Asylantrag stellen, z.B. in Italien, Spanien oder Griechenland. Dass ausgerechechnet in der CH, Schweden und Deutschland so viele Asylanträge gestellt werden ist eben schon verwunderlich und lässt halt nicht zu unrecht vermuten, dass es um die Sozialleistungen geht und nicht um das nackte Überleben.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Was "Mama Rita" tut und macht, ist ganz sicher hoch einzuschätzen und herzlich zu verdanken. Was leider in dieser "Heiligsprechung" im TV-Beitrag wieder einmal klar zum Vorschein kam, ist das "Asyl(un)wesen": Der junge, vermummte Asylbewerber auf der Bank (der sein Gesicht nicht zeigen wolle!), müsste wegen seinem abgelehnten Gesuch schon längst ausgereist sein! Weil er bis heute seinen "richtigen" Namen nicht bekannt gibt, kann er nicht ausgeschafft werden! Hier liegen die Probleme des Unmutes!
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