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Kriminalstatistik 2016 Mehr Straftaten im Kanton Schaffhausen

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei vier Prozent mehr Straftaten. Besonders massiv fiel die Zunahme bei den Gewaltdelikten aus. Die Zahlen im Kanton Schaffhausen widersprechen damit dem gesamtschweizerischen Trend.

Die Schaffhauser Polizei musste im vergangenen Jahr häufiger ausrücken.
Legende: Die Schaffhauser Polizei musste im vergangenen Jahr häufiger ausrücken. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Zahl aller Delikte stieg um vier Prozent auf 6'708.
  • Bei den Gewaltdelikten gab es sogar eine Zunahme um 17 Prozent auf 452 Fälle. Bei den ganz schweren Fällen (Tötungsdelikte, schwere Körperverletzungen und Vergewaltigungen) gab es hingegen einen Rückgang von 21 auf 13 Fälle.
  • Die Fälle von häuslicher Gewalt nahmen um einen Fünftel zu.
  • Bei den Vermögensdelikten registrierte die Polizei hingegen eine Abnahme um sieben Prozent auf 1'978 Fälle.

Trotz der Zunahme bei Gewaltdelikten sieht Kripo-Chef Philipp Meier keinen Grund zur Beunruhigung. Das Anzeigeverhalten habe sich geändert. «Die Leute lassen sich nicht mehr alles gefallen und reichen schneller eine Anzeige ein.» Das sei eigentlich positiv zu werten.

Hohe Aufklärungsquote

Ähnlich begründet Meier die Zunahme bei Fällen von häuslicher Gewalt. «Die Nachbarn rufen schneller die Polizei an, wenn es in der Wohnung nebenan laut wird.»

Zudem konnte Meier auch Positives vermelden. Bei den Einbrüchen gab es einen deutlichen Rückgang. Etwa 35 Prozent der Einbrüche konnten die Schaffhauser Polizei aufklären – einer der höchsten Werte in der ganzen Schweiz.

Personalaufstockung geplant

Die oberste Chefin der Schaffhauser Polizei, SVP-Regierungsrätin Rosmarie Widmer Gysel, stellte derweil eine Personalaufstockung in Aussicht. Sie begründete dies einerseits mit dem Bevölkerungswachstum. Andererseits hätten aber auch die Anforderungen zugenommen; zum Beispiel bei der Terrorismusbekämpfung und bei der Internetkriminalität. «Das sind alles Themen, von denen die Bevölkerung zu Recht erwartet, dass die Polizei aktiv ist», so Widmer.

Gesamtschweizerisch sei ein Bedarf von 1500 bis 3000 zusätzlichen Polizisten ausgewiesen. Für Schaffhausen bedeute dies 15 bis 30 Polizisten mehr. Das sei in diesem Ausmass zwar kaum realisierbar. «Eine Aufstockung muss aber diskutiert werden, wenn wir für die Zukunft gewappnet sein wollen.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Chancendenker sind Menschen, die auch aus schwierigen Situationen etwas machen können. Problemdenker sind Menschen, die immer nur das Negative sehen. Und, die Ausländer für aller verantwortlich machen, damit ihr schönes geschütztes Weltbild nicht in sich zusammen stürzt. Schaffhausen hat eine durchaus positive Aufklärungsbilanz, Verbrecher haben es hier schwer.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Immer wieder begegnen wir Mitbürgern,welche in ihrem grenzenlosen Ausländerhass jede nur erdenkliche Gelegenheit wahr nehmen uns einreden zu wollen, dass unsere multikulturelle Gesellschaft, insbesondere eben die Ausländer für alles verantwortlich sein sollen. Solche verbohrten Ideologien sind auf's Schärfste zurück zu weisen.Gesamtschweizerisch gehen die Straftaten zurück,das ist erfreulich.Wer sich immer am Negativen orientiert wird kaum in der Lage sein objektiv zu urteilen.Schade eigentlich!
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    1. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Was hat das Faktum, dass wir zu einer grossen multikulturellen Gesellschaft geworden sind, mit grenzenlosem Ausländerhass zu tun, Herr Bächler? Wer mit Polizeibeamten oder Justizangehörigen spricht oder die Strafanstalten-"Bewohner"-Zahlen nicht tabuisiert, sondern realistisch zu Kenntnis nimmt, ist kein grenzenloser Ausländerhasser, sondern bezieht sich einfach auf gesellschaftliche Istzustände und Fakten! Man kann natürlich alles mit verbundenen Augen und Ohren sehen und Realisten verurteilen!
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Die vor 4 Tagen veröffentlichte, eidgenössische Kriminal-Statistik wollte uns mit zurückgegangenen Straftaten beruhigen und manipulieren! Nun melden sich immer mehr Kantone und sprechen von einem starken Anstieg der Gewalt-Vergehen (häusliche Gewalt gegen Frauen, gegen Polizisten und Zugspersonal, bis hin zu Sozialarbeiter(innen), von denen sie betreut (verwöhnt) werden!) Ein klarer Hinweis auf unsere Multikulti-Gesellschaft, in der ganz andere Werte und Ansichten immer mehr zu Tage kommen!
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