Mörgeli vs. Mörgeli: Die neue Schlacht um Marignano

Die Niederlage der Eidgenossen gegen die Franzosen bei Marignano 1515 führt 500 Jahre später zu hitzigen Diskussionen in der Schweiz. Das Regionaljournal hat die Gedenkausstellung im Zürcher Landesmuseum mit zwei Historikern besucht: Christoph Mörgeli (SVP) und seinem Neffen Rafael Mörgeli (SP).

Rafael Mörgeli (Kantonsratskandidat der Zürcher SP) und sein Onkel Christoph Mörgeli (SVP-Nationalrat).

Bildlegende: Rafael Mörgeli (Kantonsratskandidat der Zürcher SP) und sein Onkel Christoph Mörgeli (SVP-Nationalrat). Keystone, ZVG

Die SVP deutet die Schlacht von Marignano als Stunde Null der Schweizer Neutralität – die Linken kämpfen gegen den Mythos Marignano.

Diese Gegensätze zeigen sich auch auf dem Rundgang des «Regionaljournals» mit zwei Männern, die eigentlich viele Gemeinsamkeiten haben: Beide heissen Mörgeli, beide beschäftigen sich mit Geschichte und beide sind Politiker.

Doch es gibt auch grosse Unterschiede: Rafael ist 22-jährig, studiert Geschichte im 6. Semester – und ist Kantonsrats-Kandidat der SP. Sein Onkel Christoph ist 54 Jahre alt, Geschichtsprofessor und politisiert seit 16 Jahren als Nationalrat für die SVP. Dementsprechend gehen ihre Deutung der «Schlacht der Giganten» auseinander:

«  Marignano zeigt, wie die Eidgenossen selbst in der Niederlage heroisch die Ordnung behielten. Es ist bemerkenswert, dass die Schweizer eine Niederlage feiern und keinen grossen Sieg. »

Christoph Mörgeli
SVP-Nationalrat

Dem hält der jüngere Mörgeli entgegen:

«  Marignano wird noch nicht lange gefeiert. Erst in der Zeit der Geistigen Landesverteidigung wurde diese Niederlage heroisiert und als Ursprung der Neutralität dargestellt.  »

Rafael Mörgeli
Kantonalvorstand Juso Zürich

Die Sonderausstellung «1515 Marignano» startet am Freitag, 27. März und dauert bis am 28. Juni 2015.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)