Neue Hoffnung für ein «richtiges» Fussballstadion in Zürich

In die Zürcher Stadion-Geschichte kommt Bewegung: Nach dem Nein der Zürcher Stimmbevölkerung zu einem neuen Fussball-Stadion auf dem Hardturm sollen es nun Private richten: Die Stadt schreibt einen Investoren-Wettbewerb aus, der die Chancen eines privat gebauten und betriebenen Stadions auslotet.

Blick auf die Brache, wo einst das Hardturm-Stadion in Zürich stand.

Bildlegende: Hier wird schon lange nicht mehr Fussball gespielt: Seit dem Abbruch 2008 ist das Hardturm-Areal wüst und leer. Keystone

Ein neues Stadion auf Kosten der Stadt kommt nach der Abstimmung vom 22. September 2013 nicht mehr in Frage. Ein 216-Millionen Franken-Kredit für ein Stadion wurde mit 50,8 Prozent abgelehnt. Die gleich daneben geplante Wohnsiedlung dagegen will die Stadt erstellen. Dafür hat sie auch in der Abstimmung grünes Licht erhalten.

Die Stadt hatte das Land von der Credit Suisse gekauft - mit der Auflage, dass darauf ein Stadion errichtet wird. Nach der Abstimmung meldeten sich Architekturbüros und Investoren mit Projektideen für ein privat finanziertes Stadion. Es gingen fünf Projektskizzen ein. Diese überprüfte eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe im Auftrag des Stadtrates. Nun hat der Stadtrat beschlossen, einen Investorenwettbewerb auszuschreiben. «Das lohnt sich», ist Stadtrat Daniel Leupi überzeugt.

Kein Stadion ausserhalb des Hardturms

Der Wettbewerb soll Auskunft geben über die Realisierbarkeit eines von Privaten gebauten und betriebenen Stadions. Ein Investor müsste dann auch die bereits aufgelaufenen Planungskosten des Stadionprojekts von rund 6,5 Millionen Franken übernehmen. Ein Stadion ausserhalb des Hardturms, wie es die Fussballclubs zusammen mit einem privaten Investor vorstellten, steht aber nicht mehr zur Diskussion: «Das ist nicht der Weg, den wir verfolgen wollen», stellt Leupi klar. Man habe ein Areal samt fertig projektiertem Stadion. «Für uns ist klar, dass wir es auf dem Hardturm versuchen wollen.»

Stadt ist weder Bauherrin noch Hauptinvestor

Die Stadt geht davon aus, dass keines der Projekte ohne «substanziellen städtischen Beitrag und weitere Volksabstimmungen realisierbar» sei. Im Unterschied zum ursprünglichen Projekt ist die Stadt aber weder Bauherrin noch Hauptinvestor.

Und neu soll der Investor auch auf einer weiteren Baufläche innerhalb des Areals tätig werden können. Eine Baufläche, welche im alten Projekt noch als Reserve bezeichnet wurde. «Damit könnten die Investoren den Bau des Stadions quersubventionieren», sagt Leupi weiter.

GC ist erfreut

Bei GC kommen diese Pläne gut an: «Wir sind extrem froh, wenn das Projekt forciert wird - damit es doch noch ein richtiges Fussball-Stadion gibt», sagt GC-Sprecher Adrian Sutter auf Anfrage von Radio SRF.

Dass ein von GC und dem FCZ angedachtes Projekt mit einem Stadion ausserhalb der Stadt und Wohnungen auf dem Hardturm-Areal nun nicht realisiert wird, spiele keine Rolle. «Das Herz von GC hängt am Standort Hardturm.» Es sei schön, dass es diesbezüglich wieder einen Hoffnungsschimmer gebe.