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Zürich Schaffhausen Nur wer deutsch spricht, kann in den Kindergarten

Wie gut müssen Kinder deutsch sprechen, wenn sie in den Kindergarten kommen? Mit dieser Frage hat sich der Zürcher Kantonsrat beschäftigt und kommt zum Schluss: Die Kinder müssen es besser können.

Blick in einen Zürcher Kindergarten
Legende: Kinder müssen sich im Kindergarten auf Deutsch verständigen können. Keystone

Die deutsche Sprache als Schlüssel zum Erfolg. Dieser Meinung ist die FDP, sie verlangt deshalb, dass Deutschkenntnisse bereits vor dem Kindergarteneintritt obligatorisch sind. FDP-Kantonsrätin Cäcilia Hänni: «Eltern müssen bereits vor Schuleintritt und auch später ihre Verantwortung wahrnehmen und dafür sorgen, dass ihre Kinder die Voraussetzungen mitbringen, um dem Unterricht folgen zu können». Schliesslich gebe es viele Angebote, die fremdsprachige Eltern in Anspruch nehmen könnten.

Angebot ausbauen

Die zentrale Rolle der deutschen Sprache betonte auch die SP. In einem eigenen Vorstoss verlangte sie aber, dass der Staat das Angebot für ausländische Eltern vergrössert. SP-Kantonsrat Moritz Spillmann begründete es mit der Chancengleichheit: «Heute gelingt es der Schule nicht, allen Kindern gleiche Bildungschancen zu bieten», deshalb sei der Staat gefordert und müsse noch mehr Unterstützung bieten. Ein Anliegen, das von den Grünen unterstützt wurde. Diese betonten zudem, dass die Kosten voll und ganz von der Allgemeinheit getragen werden müssten.

Der SVP gingen diese Forderungen zu weit. Die Eltern müssten die volle Verantwortung übernehmen, betonte SVP-Kantonsrat Rochus Burtscher: «Die Eltern sind verpflichtet, sich und ihre Kinder auf eigene Kosten zu integrieren.» Genau dieses Argument bewirkte, dass die AL beide Vorstösse ebenfalls ablehnte. Sie befürchtete, dass die Kosten den Eltern übertragen würden.

Am Ende fand der SP-Vorstoss eine Mehrheit. Nun muss die Kommission mögliche Lösungen für bessere Deutschkenntnisse vor dem Kindergarteneintritt ausarbeiten.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Als jahrzehntelang aktiver Stimmbürger muss man kein SVP-Sympathisant sein, aber die SVP-Fraktion im Zürcher Kantonsrat hatte als einzige Gruppe richtigerweise, klar darauf hingewiesen, dass die Eltern für Integrations-Aufgaben selber aufkommen müssten! Als mein Enkelbub letztes Jahr 10 Monate lang in Kolumbien einen Sprachaufenthalt (spanisch) machte, bezahlte er alles und jedes selber und musste nachher wieder das Land verlassen! Nur die Schweiz, will.......!
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Völlig richtig. Der multikulturelle Selbstbedienungsladen, welcher wir uns in den letzten 20, 30 Jahren aufschwatzen liessen, ist eine ungemeine soziale, finanzielle und bildungstechnische Hypothek geworden, welche letztendlich auch das Funktionieren des Rechtsstaates auf dem Gewissen hat. Mindestens. Ich finde, wir sollten diesen Mindset wieder loswerden und dabei das Gequäke aus der linken Ecke vollends ignorieren.
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