«Phenomden»: «Ich habe den Schnee vermisst»

Der Zürcher Dennis Furrer ist unter seinem Künstlernamen «Phenomden» eine feste Grösse im Schweizer Musikbusiness und feiert als Zürichdeutsch singender Reggaesänger grosse Erfolge. Für eine kleine Clubtour ist der Wahl-Jamaikaner in die Schweiz zurückgekehrt.

Dennis Furrer, Zürcher Reggaesänger

Bildlegende: Gut gelaunt: «Phenomden» bringt die Sonne Jamaikas ins Radiostudio. SRF

Vier Alben hat «Phenomden» schon herausgegeben. Mit seiner Mischung, Reggae gesungen im breitesten Zürichdeutsch, feiert er grosse Erfolge. Für eine Clubtour ist er dieser Tage aus dem warmen Jamaika in die Schweiz zurückgekehrt.  «Im Idealfall könnte man den Winter einfach skippen», trotzdem gibt er zu: «Ich habe den Schnee vermisst». Weihnachten verbrachte er aber auf Jamaica. Die Mischung aus weihnachtlich geschmückten Häusern und Samichläusen einerseits und den Leuten in Shorts andererseits sei schon sehr speziell, aber auch sehr schön, meint er im Gespräch mit dem «Regionaljournal».

«Du klingst gut, aber wir verstehen dich nicht»

Wirklich ausgewandert sei er aber nicht. «Ich arbeite mit dem Touristenvisum und verlasse das Land jeweils nach 90 Tagen.» Während des letzten Aufenthalts wohnte er zusammen mit Musikern mitten in der Hauptstadt Kingston. Die Leute reagieren neugierig auf den 31-jährigen Weissen und Reggaemusiker. Oft werde  er aufgefordert, etwas zu singen. Das macht er dann - auf Schweizerdeutsch. «Die Leute finden es lustig, finden dann mit der Zeit aber auch, ich klinge zwar gut, aber sie verstünden mich nicht». Das mangelnde Sprachverständnis ist ihm auch schon zum Verhängnis geworden: «Ich wurde schon einmal von der Bühne geklatscht». Anders als bei uns, ist das nicht als Kompliment zu verstehen, sondern als Aufforderung, von der Bühne zu verschwinden.

Musik lässt sich nicht erzwingen

Redaktor Roger Steinemann und Reggaemusiker «Phenomden»

Bildlegende: Redaktor Roger Steinmann und «Phenomden» im Gespräch über Musik,Jamaika und die kuriosen Publikumsrituale auf der Insel. SRF

Aber auch das Gegenteil hat er schon erlebt. Zum Teil wurde er vom Publikum auch schon aufgefordert, mit seinem Song noch einmal von vorne anzufangen. «Das ist eine Riesenehre, die Jamaikaner sind ein hartes Publikum, das machen sie nur, wenn sie es gut finden.» Seine Musik habe sich durch die Aufenthalte auf Jamaika verändert - er hofft, zum Besseren. «Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wie die Jamaikanischen Musiker an die Musik herangehen. Sie erzwingen nichts.»

Seit Anfang Februar ist er in der Schweiz auf Clubtour. Dafür hat er ein neues Set zusammengestellt, einerseits spielt er Songs von seinem letzten Album «Eiland», es ist aber auch unveröffentlichtes Material dabei. Wann das nächste Album erscheint, weiss «Phenomden» noch nicht. Zuerst steht noch der Zivildienst an. «Vermutlich wird es 2014.»