Uster ausgetrickst Rechtsextreme säubern Ufer des Greifensees

Die Stadt Uster ist Opfer einer rechtsextremen Propaganda-Aktion geworden. Die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) hat am Seeufer Abfall eingesammelt. Das Material dafür erhielt sie von der Stadt Uster. Die Juso wirft Uster vor, naiv zu sein.

Karton Bierflaschen auf Wiese

Bildlegende: Die Pnos gibt auf Facebook an, sie hätte am Ufer des Greifensees rund sechs Kilogramm Abfall gesammelt. Keystone

«Dieses Seeufer wurde für Sie von der Pnos gereinigt, damit Sie hier unbeschwert den Sommerstart geniessen können.» Plakate mit dieser Aufschrift hängten Pnos-Mitglieder in Uster auf. Die rechtsextreme Partei säuberte am 2. Mai das Ufer des Greifensees in Niederuster.

Die Stadt Uster stellte der Pnos für diese Aktion Müllsäcke, Greifzangen und Handschuhe zur Verfügung, berichtet der «Zürcher Oberländer». Die Aktion stand im Zusammenhang mit dem 1. Mai. Der Leitspruch lautete: «Während Linke die Städte verwüsten, säubert die Pnos Ihre Gemeinde.»

«  Die Pnos hat uns angelogen. »

Anita Bernhard
Abteilungsleiterin Gesundheit, Stadt Uster

Die Stadt Uster wusste, dass die Aufräum-Aktion von der Pnos organisiert wurde. Die Pnos habe ihnen aber versprochen, die Aktion nicht medial zu vermarkten, sagt Anita Bernhard, Abteilungsleiterin Gesundheit der Stadt Uster. Sie hätten sich sehr geärgert, als sie von den Plakaten erfahren hätten: «Wir wollen nicht mit dem Gedankengut der Pnos in Verbindung gebracht werden.»

Scharfe Kritik von der Juso

Die Juso Zürich Oberland kann das Handeln der Stadt Uster nicht nachvollziehen. Die rechtsextremen Positionen der Pnos würden dadurch verharmlost, meint Nadia Kuhn, Co-Präsidentin der Juso Zürich Oberland: «Es wird Leute geben, die denken, mega cool, da ist jemand, der sich effektiv einsetzt.»

«  Das Verhalten der Stadt Uster ist richtig naiv. »

Nadia Kuhn
Co-Präsidentin Juso Zürich Oberland

Politisch will die Juso allerdings nicht gegen die Stadt Uster vorgehen. Diese hat auch bereits angekündigt, dass sie schärfere Kriterien ausarbeiten würde, damit so etwas nicht noch einmal vorkomme.