Schluss mit dem Immobilien-Chaos im Kanton Zürich

In Zukunft sollen kantonale Liegenschaften zentral verwaltet werden. Mit diesem Entscheid will die zuständige Kommission im Kantonsrat ein jahrelanges Seilziehen um das Immobilien-Management beenden.

Zürcher Rathaus

Bildlegende: Wie gut sind die kantonalen Liegenschaften im Schuss? Das Zürcher Rathaus wurde letztmals 1974 tiefgreifend renoviert. Keystone

Eine zentrale Verwaltung anstatt Jekami im Immobilien-Management: Die zuständige Planungs- und Baukommission des Zürcher Kantonsrats hat sich am Freitag deutlich mit 12 zu 2 Stimmen für diese Lösung entschieden. Damit könnte ein langes Ringen um eine Veränderung im Immobilien-Management des Kantons zu Ende gehen. Erste Vorstösse dazu wurden vom Parlament bereits 2004 eingebracht. Die Vorschläge der Regierung hatten das Parlament in den darauffolgenden Jahren aber nie überzeugt.

Zu viele sind zuständig

Die Kommission verspreche sich von der neuen Regelung vor allem eine bessere Koordination, wenn es um den Unterhalt und die Renovation von kantonalen Liegenschaften gehe, sagt Kommissionspräsident Pierre Dalcher gegenüber dem «Regionaljournal»: «Bis jetzt gibt es 36 Stellen, die sich darum kümmern. Das ist einfach unübersichtlich.»

Weg mit dem Investitionsstau

Dass bis jetzt jede Direktion selbst entscheiden kann, ob und wie viel Geld in eine Liegenschaft investiert wird, führte laut Dalcher zu einem riesigen Investitionsstau von 12 bis 15 Milliarden Franken: «Wenn die Direktionen andere Prioritäten hatten, lösten sie keine Investitionen aus.» Dies habe dazu geführt, dass viele kantonale Liegenschaften in einem schlechten Zustand seien.

Eine spezielle Regelung soll es für die Universität Zürich geben. Diese soll nach wie vor ihre Bauvorhaben selbständig planen können.

Bis auf die FDP begrüssen die Parteien die neue Regelung im Immobilien-Management mehrheitlich. Die Vorlage wird im Zürcher Kantonsrat noch abschliessend diskutiert. Kommissionspräsident Pierre Dalcher hofft, dass dies noch vor den Wahlen am 12. April der Fall sein wird. Sonst ginge viel Fachwissen von Ratsmitgliedern verloren, die seit Jahren an einer Lösung dieses Problems arbeiten.