«Spielplätze sind eine Notlösung»

Der Kinderspielplatz gehört wie die Kirche zum Dorf. Allerdings ist er eine vergleichsweise junge Erfindung. Einen eigentlichen Boom erlebte der Spielplatz nach dem Zweiten Weltkrieg und in den 1950er Jahre. Richtig progressiv war damals die Stadt Zürich.

1952 - Kinder plantschen auf einem Siedlungsspielplatz in Zürich.

Bildlegende: 1952 - Kinder plantschen auf einem Siedlungsspielplatz Heiligfeld in Zürich. gta Archiv ETH Zürich

1943 wurde in einem Vorort von Kopenhagen der erste «Grümpelspielplatz» eröffnet. Eine Erfindung des dänischen Landschaftsarchitekten Carl Sörensen, der in den 1930er Jahren festgestellt hatte, dass Kinder nicht an schön gestalteten Spielplätzen interessiert sind, sondern viel mehr an Baustellen.

Diese «Grümpelspielplätze» aus Brettern und Ziegelsteinen faszinierten den Architekten des Zürcher Hochbauamtes, Alfred Trachsel. 1954 liess er deshalb in Wipkingen den ersten Robinsonspielplatz der Schweiz bauen.

Der klassische Spielplatz mit Reckstange und Rutschbahn hatte also ausgedient. Nun waren Bretterbuden, Bäume und Bassins angesagt.

Weshalb braucht es Spielplätze?

Der Grund, weshalb überhaupt Spielplätze gebaut wurden, ist ein simpler, erklärt die Stadtplanerin Gabriela Burkalter: «Der Spielplatz ist eine Notlösung, weil der Platz immer enger wurde». Nur so habe man sicher stellen können, dass die Kinder Orte hatten, wo sie sein konnten, wie sie wollten, so Burkalter.

Eine neue Ausstellung an der ETH Zürich geht dieser Geschichte der Zürcher Spielplätze nach. «Architektur für Kinder. Zürichs Spielplätze» heisst sie und dauert bis am 10. Dezember.