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Spital von Schliessung bedroht Spital Affoltern erhält Rückhalt aus der Region

Legende: Audio «Zu teure Spitäler haben einfach keinen Platz mehr.» Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger im Interview. abspielen. Laufzeit 04:08 Minuten.
04:08 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 12.02.2019.

Dass sich das Spital Affoltern neu erfinden muss, ist seit längerem klar. Die verantwortlichen Gemeinden möchten den Zweckverband auflösen. Überraschend stellt sich der Stadtrat der Standortgemeinde Affoltern am Albis nun gegen die geplanten Nachfolgelösungen. Er will das Spital nicht in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft für das Spital Affoltern und ein interkommunales Pflegezentrum aufteilen.

Der Stadtrat schlägt seiner Stimmbevölkerung vor, das Spital zu schliessen. Als Ersatz soll eine Permanence im Stadtzentrum entstehen. Abstriche an der Gesundheitsversorgung sollen dadurch keine gemacht werden.

Aus für das Spital Affoltern

Wie der Stadtrat in einer Mitteilung schreibt, bedeute das Nein zu den geplanten Nachfolgeorganisationen wohl das Aus für das Spital Affoltern. Dies bedaure der Stadtrat zutiefst – gerade auch, weil das Spital der grösste Arbeitgeber des Bezirks sei. Rund 700 Personen arbeiten dort.

Wir sind einfach zu klein für ein Akut-Spital.
Autor: Clemens GrötschStadtpräsident Affoltern am Albis

Die Kosten für den Weiterbetrieb seien aber schlicht zu hoch und für die Gemeinden nicht mehr tragbar, sagt Stadtpräsident Clemens Grötsch. Mit den neuen Fallpauschalen und den Mindestfallzahlen lasse sich das Akut-Spital Affoltern nicht rentabel betreiben. Auch weil nicht alle Menschen aus der Region ins Spital Affoltern gingen, sondern auch nach Zürich, Muri oder Baar.

Spital überrascht und enttäuscht

Der Spitaldirektor Michael Buik wurde heute Morgen vom Stadtschreiber per Mail über die Pläne informiert. Gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» sagt er, er sei massiv enttäuscht. «Das ist ein Schlag in die Magengrube, den wir da erhalten», erklärt Buik. Er hofft, dass die Bevölkerung von Affoltern gegen die Empfehlung der Regierung abstimmen wird.

Dem Spital eine Chance geben

Rückhalt für das Spital kommt aus der Region. Einige der 14 Gemeinden, welche die Trägerschaft bilden, empfehlen ihren Stimmberechtigten der Neuorganisation zuzustimmen. Zum Beispiel Hausen am Albis, Rifferswil und Kappel am Albis. Der Gemeindepräsident von Kappel am Albis, Jakob Müller: «Wir sind der Meinung, dass man den Spitalverantwortlichen die Chance eines neuen Spitals nicht nehmen sollte».

Die Gemeinde Stallikon hingegen ist wie Affoltern am Albis für eine Spital-Schliessung. Der Gemeindepräsident Werner Michel erklärt es mit der Nähe zur Stadt Zürich.

Wir haben das Triemli-Spital praktisch vor der Haustüre.
Autor: Werner MichelGemeindepräsident Stallikon

Noch nicht öffentlich ist, was Bonstetten empfiehlt. Das wird in der Region mit Spannung erwartet. Denn die Gemeinde entschied sich vor einem Jahr, die Spital-Trägerschaft zu verlassen. Und kündigte auf Ende 2020. Nun könnte es jedoch sein, dass Bonstetten bei einer Neuorganisation des Spitals wieder mitmacht.

Die Abstimmung über das Spital Affoltern findet am 19. Mai 2019 statt.

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