Stadt Zürich forciert den Ausbau subventionierter Krippenplätze

Weil kurzfristig mehr Geld da ist, macht die Stadt Zürich vorwärts bei den subventionierten Krippenplätzen. Sie will bereits bis 2018 genügend Plätze für Familien mit wenig Einkommen anbieten können. Diese müssen aber bereit sein, ihr Kind künftig extern statt zu Hause zu betreuen.

Kinder einer Berner Tagesstätte fahren auf dem Hof mit dem Dreirad

Bildlegende: Krippenplätze sind zwar generell keine Mangelware mehr, aber nur, wenn man sie sich leisten kann. Keystone (Symbolbild)

An und für sich gibt es in Zürich genug Krippenplätze. Es mangelt aber an subventionierten Betreuungsplätzen für Familien mit tiefem und mittlerem Einkommen. Diese Lücke wollte der Zürcher Stadtrat bis 2020 schliessen. Nun soll es schon in zwei Jahren soweit sein.

Möglich wird dies, weil die Stadt nach einem Beschluss des Zürcher Kantonsrats keine Kleinkinderbetreuungsbeiträge mehr ausrichten muss. Dadurch spare die Stadt Zürich rund 16 Millionen Franken pro Jahr, sagt Sozialvorsteher Raphael Golta (SP). Einen Teil dieses Geldes wolle man nun an Eltern ausrichten, die ihr Kleinkind in eine Krippe geben möchten, sich dies aber nicht leisten könnten. Von den bereits bestehenden Krippenplätzen könnten bis zu 620 neu subventioniert werden, lautet die Schätzung des Sozialvorstehers.

Kein Geld mehr für die Betreuung zu Hause

Golta verhehlt dabei nicht, dass er einen Systemwechsel vornimmt. Von den Kleinkinderbetreuungsbeiträgen profitierten nämlich nur Familien, die ihr Kind in den ersten zwei Jahren zu Hause betreuten. Neu erhalten sie Geld, wenn sie ihr Kind in eine Krippe bringen. Das sei der richtige Ansatz, ist Raphael Golta überzeugt. Denn die Kleinkinderbetreuungsbeiträge gab es nur während zweier Jahre. Danach mussten die Eltern wieder entscheiden, ob sie arbeiten gehen wollten.

Die Stadt Zürich rechnet zudem damit, dass sie mehr Sozialhilfekosten berappen muss, weil die Kleinkinderbetreuungsbeiträge wegfallen.