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Zürich Schaffhausen Stadtpolizei Zürich verteilt 110 Bussen wegen Kiffen

Seit Anfang Oktober erlaubt es das Betäubungsmittelgesetz, Erwachsene nur noch mit 100 Franken fürs Kiffen zu büssen. Bisher musste ein Strafverfahren gegen sie eingeleitet werden. Die Stadtpolizei Zürich macht im ersten Monat gute Erfahrungen. Die neue Regelung erleichtere die Arbeit der Polizei.

Legende: Audio ««Eine Erleichterung für die Polizei» (8.11.2013)» abspielen. Laufzeit 0:23 Minuten.
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Man habe im ersten Monat 110 Bussen fürs Kiffen verteilt, sagt Stadtpolizei Zürich-Sprecher Marco Cortesi im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Auf der Strasse habe es keine Probleme gegeben, für die Polizei mache es die Arbeit sogar einfacher.

«Es ist aber auch für die Gebüssten einfacher. Sie können die Busse wie eine Parkbusse gleich vor Ort bezahlen und somit anonym bleiben», gibt Cortesi zu bedenken.

Hohe Zahl von Bussen

110 gebüsste Kifferinnen und Kiffer in der Stadt Zürich sind allerdings eine vergleichsweise hohe Zahl. In der Stadt Basel hat die Polizei im gleichen Zeitraum gerade mal fünf Bussen fürs Kiffen verteilt, im gesamten Kanton Aargau 20. Dies geht aus einer Umfrage von «NZZ online» hervor. Die Kontrollpraxis sei aber nirgends geändert worden, betonen die Polizeisprecher.

Neues Betäubungsmittelgesetz

Grund für die neue Regelung in Sachen Kiffen ist eine Änderung des nationalen Betäubungsmittelgesetzes. Es ermöglicht es, Erwachsene, die nicht mehr als 10 Gramm Cannabis auf sich tragen, zu büssen statt zu verzeigen. Für Jugendliche gilt die neue Regelung nicht.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Soltermann, Fuqing
    Es ist generell gefaehrlich, Bussgelder als Deckungsbeitrag fuer die Arbeit der Polizei zu verwenden. Uebereifrige Politiker koennten dadurch naemlich auf die Idee kommen, zwecks Umsatzsteigerung den illegalen Handel mit Drogen anzukurbeln bzw zu tollerieren. Absurd aber denkbar, weil der Zustand "Die Polizei, dein Freund und Helfer" in der Schweiz durch das Gewinndenken zerstoert worden ist.
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  • Kommentar von W. Pip, ZH
    "Die Kontrollpraxis sei aber nirgends geändert worden". Wer's glaubt. In Zürich wird dieser Tatbestand über kurz oder lang schlicht und ergreifend so budgetiert wie Verkehrsbussen als fester Budgetposten fingieren. Ob das dem Kern der öffentlichen Sicherheit dienlich ist, muss in einer sittenverfallenden Stadt wie Zürich jeder für sich allein entscheiden...
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Da Alkoholkonsum und Zigaretten genau so schaedlich sind , sind diese Bussen nicht Rechtens und verstossen aufs groeblichste gegen das Gleichheitsgesetz!!! Stell ich mir wenigstens so vor!
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    1. Antwort von N.Herth, Nelspruit SA
      @ NANNI: Welches Gleichheitsgesetzt meinen Sie ? Art. 8 BV Rechtsgleichheit ?
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    2. Antwort von N.Herth, Nelspruit SA
      Ein Verstoss gegen Art. 8 BV Rechtsgleichheit liegt nicht vor. Innerhalb des Betäubungsmittelgesetzes werden alle Personen gleich behandelt. Alkohol und Nikotin müsste ins BG unter Abs 2 als Betäubungsmittel definiert werden. Doch dies wird vermutlich nie passieren.
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