Starker Franken, schwacher Arbeitsmarkt

In Zürich und Schaffhausen geht die Zahl der Arbeitslosen im Gegensatz zur Gesamtschweiz nicht zurück. Das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit rechnet mit noch mehr Arbeitslosen, will aber nicht schwarz malen.

50 Räppler

Bildlegende: Starker Franken, schwacher Arbeitsmarkt. Das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit rechnet mit noch mehr Arbeitslosen. Keystone

Schweizweit sank die Arbeitslosenquote im Juni von 3,2 auf 3,1 Prozent. In Zürich und Schaffhausen hingegen stagniert sie. Das Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit zählte knapp 27'000 arbeitslose Personen – ein Zuwachs um 79. Normalerweise nehme die Zahl der Arbeitslosen im Juni aber ab, hält das AWA fest.

Mehr Jugendliche, mehr temporär Arbeitende

Dieses Jahr hätten sich mehr Jugendliche bei einem RAV angemeldet, begründet das AWA die minime Zunahme der Arbeitslosenzahlen. Auf der anderen Seite habe es bei den temporären Arbeitskräften eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr gegeben. Dies könne auf eine leicht schwächere konjunkturelle Lage hindeuten.

Industrie am meisten betroffen

Über das gesamte erste Halbjahr 2015 betrachtet, sei die Industrie wegen des starken Frankens am meisten betroffen, stellt Bruno Sauter, Chef des AWA fest. Auch die Zukunft sehe nicht gerade rosig aus: «Wir haben eine extrem schwierige Ausgangslage. Wir gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis Ende Jahr noch ansteigen wird.» Eine Beruhigung der Situation stellt Bruno Sauter für die Finanzbranche fest.