Kantonsrat Schaffhausen Tagesstrukturen verbessern ja – nur wie?

Eine AL-Initiative will die Tagesstrukturen in den Schaffhauser Gemeinden verbessern. Der Kantonsrat empfiehlt den Stimmbürgern jedoch den zahmeren Gegenvorschlag.

Kinder essen an einem Tisch

Bildlegende: Tagesangebote für Volksschülerinnen und Volksschüler: Der Kanton Schaffhausen hat Aufholbedarf. Keystone

Schaffhausen hat Nachholbedarf bei den Tagesstrukturen und muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Das ist bei allen Parteien unbestritten. Die Initiative der AL fordert jedoch zwölf Stunden unentgeltliche Betreuung an allen Schultagen. Der Regierungsrat macht deshalb einen Gegenvorschlag.

Abgeschwächter Gegenvorschlag

Dieser sieht vor, dass die Schaffhauser Gemeinden bedarfsgerechte schulergänzende Tagesstrukturen auf der Primar- und der Sekundarstufe I schaffen. Dazu haben sie zehn Jahre Zeit. Das Angebot soll für die Eltern freiwillig und kostenpflichtig sein. Der Kanton beteiligt sich mit einer Pauschale daran.

Mit deutlichem Mehr beschloss der Kantonsrat, den Stimmberechtigten den Gegenvorschlag zur Abstimmung vorzulegen und die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen. Hinter den AL-Vorstoss stellten sich nur gerade SP und ÖBS.

Weniger teuer als die Initiative

Der Regierungsrat rechnet beim Gegenvorschlag mit Gesamtkosten von 3,8 Millionen Franken. Dazu kommen Kosten für die Abdeckung der Schulferienzeit von insgesamt 680'000 Franken. Die Initiative der AL würde mindestens 10 Millionen Franken kosten.