Tempo 50 auf der Europabrücke: «Das ist keine Schikane»

Auf der Europabrücke gilt ab Montag Tempo 50 statt Tempo 60. Die Stadt Zürich kann das Höchsttempo reduzieren, weil Einsprachen abgewendet wurden. Die Stadt möchte den Verkehr an 35 weiteren Stellen verlangsamen. «Schikane», rufen bürgerliche Politiker. Die Stadt widerspricht.

Eine Autokolonne auf der Europabrücke.

Bildlegende: Die Europabrücke ist eine vielbefahrene Strasse. Lange galt Tempo 60. Keystone

Wer in der Stadt Zürich die Bahngleise queren möchte, hat nur wenige Möglichkeiten. Die Europabrücke ist eine davon. Umso grösser der Aufschrei, wenn ausgerechnet hier das Tempo angepasst wird. Doch die zuständige Dienstabteilung Verkehr betont. Man mache dies nicht freiwillig: «Der Bund schreibt uns vor, den Strassenlärm zu reduzieren», sagt Kommunikationschef Heiko Ciceri. Langsamere Tempi seien eine wirksame Massnahme.

35 weitere derartige Temporeduktionen, meist von Tempo 50 auf Tempo 30, möchte die Stadt ausführen. Doch sie sind alle durch Einsprachen blockiert. Und darf die Stadt die Massnahmen dann durchsetzen, wie jetzt bei der Europabrücke, dauert es lange, bis die Autofahrerinnen und Autofahrer sich daran gewöhnt haben. «Wir kriegen noch immer erstaunte Mails, dass auf der Hardbrücke Tempo 50 gilt, dabei haben wir dies vor acht Jahren angepasst.»

Autofahrer, die vergessen, dass auf der Europabrücke Tempo 50 gilt, haben noch eine kurze Schonfrist. Die Radargeräte müssen noch auf die neue Geschwindigkeit angepasst werden. Doch die Stadtpolizei hat ein wachsames Auge auf die Strasse, heisst es auf Anfrage.