Thomas Heiniger in der Höhle des Löwen

Der Zürcher Regierungsrat will das Kantonsspital Winterthur privatisieren. Dass diese Pläne bei Gewerkschaften und dem Spitalpersonal nicht gut ankommen, musste der Zürcher Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) bei einem Podium in Winterthur feststellen.

Organisiert hat die Podiumsdiskussion der Zürcher Gewerkschaftsbund. Deshalb war es nicht verwunderlich, dass fast alle der gut hundert Zuschauer gegen die Privatisierung des Kantonsspitals Winterthur (KSW) waren, wie eine kurze Abstimmung per Handzeichen ergab. Thomas Heiniger legte sich dennoch ins Zeug, um für die Vorlage der Regierung zu werben. Das KSW brauche im harten Gesundheitsmarkt mehr Freiheiten, um bestehen zu können, und dafür brauche es eine Aktiengesellschaft.

Schlechtere Arbeitsbedingungen in der AG?

Dies stellte Gewerkschafter und SP-Kantonsrat Andreas Daurù in Frage. Für mehr Freiheiten brauche es keine Spital-AG, sagte er. Ausserdem schaue ein privater Betreiber eines Spitals zu sehr auf die Rendite. Dies sei schlecht für die Patienten und die Arbeitsbedingungen.

Zwar betonte Thomas Heiniger, um das Spital an Private zu verkaufen, brauche es erst einen Kantonsrats- und wahrscheinlich auch einen Volks-Entscheid. Seine Argumente bewirkten aber nichts: Am Ende der Veranstaltung wurde erneut abgestimmt – die Schar der Gegner im Saal war noch immer gleich gross.

Die Privatisierungspläne für das Kantonsspital Winterthur werden gegen Ende Jahr im Kantonsrat besprochen. Die Gegner dürften die Vorlage ausserdem an die Urne bringen.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 7.30 Uhr)