Überlastete Kesb: Was dagegen unternommen wird

Seit die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden ihre Arbeit aufgenommen haben, werden sie von Gefährdungsmeldungen überflutet. Die immense Arbeitslast hat verschiedene Gründe. Für die Eindämmung der Flut ist sie auf die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen angewiesen.

Aktenstapel

Bildlegende: Zu viele Gefährdungsmeldungen: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden ertrinken in der Arbeit (Symbolbild). Colourbox

Bei den Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) seien deutlich mehr Gefährdungsmeldungen eingegangen als früher bei den Vormundschaftsbehörden. Dies stellt Ruedi Winet, Präsident von allen Kesb im Kanton Zürich, fest. Die Kesb sei von den Leuten weiter weg als die Gemeinde, deshalb sei die Hemmschwelle, eine Meldung zu machen, vermutlich tiefer.

Auch Spitäler und Schulen wenden sich schneller an die neue Profi-Behörde als früher an die Vormundschaftsbehörde. Das sei problematisch, sagt Kesb-Experte und Jurist Christoph Häfeli: «Sie wissen nicht, dass sie ihre Probleme zuerst mit den eigenen Mitteln und Diensten lösen müssen, bevor sie sich an die Kesb wenden.»

Zusammenarbeit muss besser werden

Häfeli geht davon aus, dass die Zahl der Meldungen in Zukunft etwas abflachen wird. Das reiche aber nicht. Es brauche eine bewusste Zusammenarbeit, um hier Gegensteuer zu geben. Das bestätigt auch Ruedi Winet. Er sieht hier auch die Gemeinden in der Pflicht, betont aber, dass in letzter Zeit diesbezüglich im Kanton Zürich schon viel gegangen sei.