Überschwemmung Rickenbach: Auffangbecken ist zu klein

Überschwemmte Keller, kaputte Autos. Das Unwetter von Mitte Juli traf die Gemeinde Rickenbach besonders hart. Und zwar trotz Auffangbecken, das der Kanton für 3 Millionen Franken erstellt hatte. Eine Analyse des Kantons hat nun ergeben: Das Becken ist zu klein. Vergrössern kommt aber nicht in Frage.

Ein Bach mit viel Wasser fliesst in ein Rückhaltebecken.

Bildlegende: Das Rückhaltebecken in Rickenbach war prallvoll nach dem Unwetter im Juli. zvg

Die Enttäuschung und Ernüchterung war gross nach dem Unwetter in Rickenbach. Seit 2006 hat Rickenbach ein Hochwasser-Rückhhaltebecken - und trotzdem wurde das Dorf überschwemmt. Und zwar zum Teil an denselben Orten wie vor dem Bau des Rückhaltebeckens. Das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (AWEL) beschwichtigte: Man müsse zuerst abklären, weshalb genau der Schwarzbach über die Ufer getreten sei.

Kanton sieht Handlungsbedarf

Nun, drei Monate später, sind die Abklärungen abgeschlossen. Und es zeigt sich: Derart heftige Regenfälle, kombiniert mit einem nassen Boden, der kein Wasser mehr aufnehmen konnte, gibt es nur alle hundert Jahre. Die Folge: Das Auffangbecken war zu klein, um die Wassermenge zurück zu halten.

Dennoch ist Gerhard Stutz, Abteilungsleiter Wasserbau beim Kanton Zürich, überzeugt, nichts falsch gemacht zu haben: «Wir haben damals nach bestem Wissen und Gewissen geplant und gebaut.» Der Kanton schlägt nun vor, die Öffnung des Abflusses im Auffangbecken zu vergrössern, damit in Zukunft mehr Wasser abfliessen kann.

Rickenbacher zeigen sich versöhnlich

Die Rickenbacher und Rickenbacherinnen zeigten sich nach der Informationsveranstaltung des Kantons zufrieden. «Wenn es sich wirklich um ein derart seltenes Ereignis handelt, kann ich damit leben», sagte Mäni Schindler, dessen Weinkeller im Juli unter Wasser stand.

Landwirt Daniel Peter begrüsst die Massnahmen des Kantons, findet aber: «Da müssen wir dran bleiben». Bei anderen blieb das Gefühl zurück, dass der Kanton nicht recht wisse, wie man derartigen Unwettern begegnen soll. Und Gemeindepräsidentin Bea Pfeifer (SVP) war froh, dass sich die Gemüter beruhigt haben.