Verbot des Kantons: Uster darf Unterführung nicht planen

Der Kanton Zürich will in Uster eine teure Bahnüberführung bauen. «Uster West» heisst das Projekt. Parallel dazu sagten die Ustermer Ja zu einer Initiative, welche eine Unterführung fordert. Weil die beiden Projekte in Konkurrenz stehen, verbietet der Kanton nun der Stadt die Planung.

Eine Bahnüberführung über einer Wiese, davor ein Feldweg.

Bildlegende: Seit 30 Jahren ringt Uster um die Lösung des Verkehrsproblems. Eine Überführung soll Entlastung bringen. http://www.lebensqualitaet-uster-west.ch / Visualisierung

Wer in Uster die Bahnlinie überqueren will, braucht viel Geduld. Stau ist die Regel, wegen der häufigen S-Bahnen sind die Barrieren oft geschlossen. Der Kanton Zürich will dieses Verkehrsproblem mit dem Projekt «Uster West» lösen. 21 Millionen Franken hat das Kantonsparlament im Herbst 2012 dafür gesprochen. Eine Bahnüberführung soll das Stadtzentrum vom Durchgangsverkehr entlasten.

Ebenfalls im Herbst vor zwei Jahren hat die Ustermer Stimmbevölkerung aber Ja gesagt zu einer Initiative, die nicht auf eine Bahnüberführung, sondern auf eine Unterführung setzt. Der Stadtrat bezeichnete dieses Projekt damals als «24 Millionen teuren, finanzpolitischen Irrsinn». Doch mit dem Auftrag des Stimmvolkes musste er die Planung beginnen und reichte das Projekt «Unterführung Winterthurerstrasse» Anfang Juni beim Kanton ein.

Erleichterung in Uster nach dem Nein des Kantons

Nun hat der Kanton entschieden: Die Stadt Uster erhält keine Erlaubnis, das Projekt weiter zu verfolgen, wie der Ustermer Stadtrat am Donnerstag mitteilte. Das Projekt stehe aus kantonaler Sicht in Konkurrenz zum Projekt «Uster West». Eine Umsetzung beider Strassenprojekte falle für den Kanton ausser Betracht.

Der Stadtrat sei nicht überrascht über diesen Entscheid, sagt Thomas Kübler, Bauvorstand der Stadt Uster. Und: «Wir sind froh, müssen wir nicht noch mehr investieren.» Ganz gestorben sei das Projekt Unterführung jedoch noch nicht. Der Stadtrat entscheide nach den Sommerferien, ob er gegen den Beschluss des Kantons Rekurs einlegen will. Denn: «Die Ustermer, welche der Initiative vor zwei Jahren zugestimmt haben, müssen sich verschaukelt vorkommen», sagt Bauvorstand Thomas Kübler.