Vom Platzspitzbaby und Junkiekind zur Buchautorin

Ende 80er Jahre war der Zürcher Platzspitz eine Drogenhölle. Mitten drin die Mutter von Michelle Halbheer. Was es heisst, als kleines Mädchen mit einer schwerst drogenabhängigen Mutter zu leben, erzählt die heute 28jährige im Buch «Platzspitzbaby - Meine Mutter, ihre Drogen und ich».

«Als ich meine Mutter entdecke, ist sie ohne Bewusstsein, im abgebundenen Arm steckt die Spritze, Fingerspitzen und Lippen sind bläulich verfärbt. Wie eine kaputte Puppe liegt sie vor mir (...). Ich halte sie für tot.»

Die Geschichte von Michelle Halbheer ist die Geschichte eines Mädchens, das hoffnungslos der Drogensucht ihrer Mutter ausgeliefert war. Die Vernachlässigung, Hunger und Gewalt erleben musste. Und es ist die Geschichte von einer Tochter, die sich zum Ziel gesetzt hat, nie so zu enden, wie ihre Mutter.

Heute sagt die 28jährige: Es ist ein Glück für ein Kind, wenn es von den drogensüchtigen Eltern weggenommen wird. Ein Glück, das ihr zu lange verwehrt blieb.