Von der Gassen-Köchin zur Munot-Wächterin

Karola Lüthi heisst die neue Munotwächterin. Sie ist die Nummer 69 und in Schaffhausen keine Unbekannte. Sie engagiert sich als Köchin in der Gassenküche, ist aber auch ausgebildete Museumsführerin. Sie bezeichnet ihre neue Stelle als «Abenteuer - und Erfüllung eines Traums».

Eine Frau mit kurzen, grauen Haaren vor einem historischen Turm.

Bildlegende: «Saucool, dass man mich als Frau ausgewählt hat.» Die neue Munot-Wächterin Karola Lüthi. SRF

Es sei wohl der wichtigste Job - abgesehen von seinem, scherzte Stadtpräsident Peter Neukomm, als er die neue Munot-Wächterin Karola Lüthi vorstellte. Sie selbst sagt, sie fühle sich geehrt, dass sie die Stelle erhalten habe. Und finde es «saucool», dass man sie, eine Frau ausgewählt habe.

Karola Lüthi war in Schaffhausen lange Zeit Köchin in der Gassenküche, später deren Leiterin. Doch der Munot-Wächter faszinierte sie seit langem. «Ich habe bereits vor 20 Jahren mit dem Gedanken gespielt, mich für den Job zu bewerben. Es blieb aber traumhaft, unwirklich. Und im letzten Winter wurde mir bewusst: Jetzt könnte es Realität werden.»

Viele Bewerber aus aller Welt

Fast 90 Bewerber wollten den Job des Munot-Wächters, sogar aus Kanada und Neuseeland hätten sich Interessenten gemeldet, erzählt Peter Ühlinger, Präsident des Munotvereins. Doch viele Bewerber hatten romantische Vorstellungen: «Viele haben es sich einfacher vorgestellt. Sie waren sich nicht bewusst, dass man JEDEN Tag das Glöggli läuten muss.»

Für Karola Lüthi ist dies kein Problem. Sie hat Hilfe von ihrem Mann. Und eine Ausbildung als Museumsführerin.

Der Munot-Wächter

Das Wächteramt auf dem Turm gibt es schon länger als die Festungsanlage selbst, so ist die Liste der Munotwächter seit 1377 fast lückenlos belegt. Der Munot wurde dagegen erst zwischen 1564 und 1589 erbaut.

Heute muss der Munot-Wächter Touristen betreuen und die Damhirschkolonie pflegen - und jeden Abend um 21 Uhr die Glocke läuten.