Vorsicht: Velofahrer unterwegs!

Im Kanton Zürich sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Velofahrerinnen und Velofahrer verunfallt. Diese Zunahme trübt die Verkehrsunfallstatistik von Stadt- und Kantonspolizei. Die Schuld dafür trage das schöne Sommerwetter und wenig geübte E-Bike-Fahrer.

Eine Velofahrerin ist mit einem E-Bike auf einer Zürcher Strasse unterwegs.

Bildlegende: Das E-Bike macht das Velofahren wieder beliebter. Aber es führt auch zu mehr Unfällen. Keystone

Der lange und heisse Sommer 2015 hat viele Fussgänger und Velofahrerinnen auf die Zürcher Strassen gelockt. Das spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wieder, welche am Dienstagmorgen veröffentlicht worden ist. Die Zahl der Verkehrsunfälle hat im Kanton Zürich im vergangenen Jahr markant zugenommen. In der Stadt Zürich etwa wurden 425 Personen bei Velounfällen verletzt, in den Vorjahren lag diese Zahl im Schnitt bei 291 Personen.

Absoluter Tiefstand bei den Verkehrstoten

2015 wurden auf dem gesamten Kantonsgebiet 14'395 Unfälle registriert. Im Vergleich zum Durchschnitt der fünf vorangegangenen Jahre entspricht dies einer Steigerung um acht Prozent. Trotz dieser Zunahme ging die Zahl der schwerverletzten Personen im Fünfjahresvergleich leicht zurück auf 594. Die Zahl der im Strassenverkehr Getöteten erreichte mit 23 sogar einen absoluten Tiefststand.

Diese Entwicklung stuft die Kantonspolizei als erfreulich ein. Denn der Rückgang sei erfolgt, obwohl immer mehr Zürcherinnen und Zürcher auf den Strassen unterwegs sind. Die Bevölkerungszahl nahm im vergangenen Jahr um rund 20'000 Personen zu, rund 10'000 Fahrzeuge wurden neu registriert.

Tipps fürs E-Bike-Fahren als Prävention

Die Dienstabteilung Verkehr der Stadt Zürich hat soeben auf die vielen Velounfälle reagiert. Sie hat einen Flyer mit elf Tipps für E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer drucken lassen. Eine Analyse der Unfälle habe nämlich gezeigt, dass 40 Prozent aller E-Bike-Unfälle selbst verursacht sind und sich verhindern liessen, glaubt Wernher Brucks, Leiter der Abteilung Verkehrssicherheit der Stadt Zürich. Neulenker bräuchten vor allem mehr Übung, bevor sie sich mit dem schnellen Zweirad auf die Strasse wagten.

Ein anderer Weg, um die Zahl der Velounfälle mit Verletzten zu reduzieren, braucht etwas mehr Zeit. «Langfristig wird die Stadt Zürich Velowege bauen müssen, die auch von Personen genutzt werden können, die weniger gut Velo fahren», ist Wernher Brucks überzeugt. Bloss braucht es dazu Geld und auch den nötigen Strassenraum.