«We are Family» langweiliges Lamentieren im Theater Winkelwiese

Das kleine Theater Winkelwiese wirft immer wieder einen Blick auf grosse gesellschaftliche Probleme. So auch im neusten Stück «We are family». Hier kommen die Mittdreissiger zu Wort. Sie dürfen über die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie lamentieren. Ein netter Versuch, langweilig umgesetzt.

Zwei Männer und zwei Frauen sitzen in der Sauna.

Bildlegende: Das Philosophieren in der Sauna führt leider nirgends hin. zvg

«Ich habe immer gesagt, wenn das Kind drei Monate alt ist, zack Kita. Kita ist super!» sagt Eva. Eva ist Mitte dreissig und eine der vier Figuren im Stück «We are family». Darin untersucht die Gruppe PULKPRODUKTION das Spannungsfeld Familie und Beruf. Die Autorin Stefanie Grob hat darin verschiedene Interviews zu einem kurzen Theaterabend verwoben. In dem sitzen zwei Frauen und zwei Männer in einer Art Sauna und klagen.

Weder Kind noch Karriere

Gabriel ist frustriert, weil er beim Film Karriere machen wollte, dann aber plötzlich eine Familie versorgen muss. Eva ist es, weil sie drei Kinder am Hals hat und einen Mann, der sie damit völlig allein lässt. Diese Erfahrungen sind weder neu noch besonders und sie führen auch nicht zu einem spannenden Theaterabend. Vor allem, weil das PULKPRODUKTION Team die Probleme nur aufzeigt und immer wieder regelrecht ins Publikum schreien lässt, aber in keiner Weise verarbeitet oder weiterführt. Nach einer flauen Stunde geht das Licht in der Winkelwiese Sauna aus, der Applaus ist knapp und die Gesichter beim Premierenpublikum sind ziemlich ratlos.