Wegzoll für Uetlibergturm: Ausflügler müssen es akzeptieren

Wer vom Uetliberg-Aussichtsturm die Weitsicht geniessen will, muss ab sofort zwei Franken abliefern. Eine Massnahme, die Ausflügler und Touristen zum Teil ärgert, beim Zürcher Tourismus-Direktor aber auf Verständnis stösst.

Der Unterhalt des Uetlibergturms koste Jahr für Jahr 30'000 bis 40'000 Franken. Das hat Hotelier Giusep Fry ausgerechnet. Da komme auch mit einem Zweifränkler pro Besucher nur ein kleiner Beitrag zusammen. Pro Jahr erklimmen 50'000 bis 100'000 Personen den Turm, schätzt der Uto-Kulm-Eigentümer.

Zahlen müssen künftig allerdings nur Ausflügler, die nicht bei Fry einkehren: Hotel- und Restaurantgäste, Seminar- und Banketteilnehmer erhalten «selbstverständlich» Gratiszugang, betont Fry in einer Mitteilung.

Gegen die Dauernörgler

Schuld daran, dass der Turm nicht mehr gratis ist, sind laut dem Hotelier die «ewigen Rückwärtsgewandten und Dauernörgler». Diese hätten sein Angebot – hochwertiger gastronomischer Service, 4-Sterne-Hotellerie und innovative Events – «nicht geschätzt, ja aktiv bekämpft».

Fry ist Besitzer des Uto Kulm, Gipfel des Zürcher Hausbergs. Der Kulm liegt auf Gemeindegebiet Stallikon. Der streitbare Hotelier ist seit Jahren im Clinch mit Behörden, Umweltorganisationen und Gerichten bis hin zum Bundesgericht. Meistens blitzte er ab.

Touristiker findet Lösung fair

Dass auf dem Zürcher Hausberg künftig ein Turm-Obolus verlangt wird, verärgert Ausflügler und Touristen. Der Direktor von Zürich Tourismus, Martin Sturzenegger, äussert auf Anfrage jedoch Verständnis: «Ich verstehe Guisep Fry», sagt er.

Fry sei ein privater Unternehmer und müsse schauen, dass er seinen Betrieb wirtschaftlich führen könne. «Insofern finde ich die Lösung fair und okay.»