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Zürich Schaffhausen Wie tiergerecht ist das Sechseläuten?

Zwei Unfälle mit Pferden gab es am diesjährigen Zürcher Sechseläuten. Pech, sagt der Reiterchef der Zünfte. Zuviel Stress für die Tiere, meint der Präsident des Tierschutzbunds.

Verschwommene galoppierende vPferde vor dem brennenden Böögg
Legende: Stress? Kein Stress? Beim Umrunden des Bööggs starb am Montag ein Pferd. Keystone

Der erste Unfall ereignete sich noch vor dem Umzug, weil die Bremsen einer Kutsche versagten. Personen kamen keine zu Schaden, das Zugpferd allerdings ist verletzt und weilt im Tierspital. Ein zweites Pferd erlitt beim Ritt um den Böögg einen Herzinfarkt und starb. Mit seinen 24 Jahren war es bereits sehr alt.

Die Pferde würden vor ihrem Einsatz am Sechseläuten zwar jeweils gründlich untersucht, sagt Markus Dubs, Reiterchef der Zürcher Zünfte. «Einen Herzinfarkt kann man aber nie voraussehen», meint er. Das Galoppieren um den brennenden Böögg sei für die Tiere aber durchaus natürlich; das Pferd sei ja ein Herdentier. Auch würden Sechseläuten-Pferde vorgängig auf die Knallerei vorbereitet und erhielten Medikamente mit beruhigender Wirkung.

Man sieht ja ihre gross aufgerissenen Augen!
Autor: York DitfurthPräsident Tierschutzbund Zürich

Dem widerspricht York Ditfurth, Präsident des Tierschutzbundes Zürich. «Man sieht ja die gross aufgerissenen Augen der Pferde und wie kurz sie gehalten werden müssen, damit sie nicht ausscheren», sagt er. Für Ditfurth ist klar: Pferde sind am Sechseläuten im Stress. Seiner Meinung nach müsste man künftig zumindest auf die Umrundung des brennenden und knallenden Bööggs verzichten.

Pferdeherzchirurg Anton Fürst relativiert

Der Pferdeherzchirurg Anton Fürst hat kein Verständnis für diese Forderung. Er ist seit Jahren jeweils am Sechseläuten vor Ort und beobachtet das Verhalten der teilnehmenden Pferde. Natürlich gebe es gestresste Tiere. Es sei sinnvoll, ihnen Beruhigungsmittel zu verabreichen und damit unerwarteten Reaktionen vorzubeugen. Die Idee, die Pferde am Sechseläuten abzuschaffen, findet Fürst jedoch völlig übertrieben: «Dann könnte man genausogut die ganze Pferdehaltung abschaffen. Auch dort gibt es für Pferde immer wieder Stress.»

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    In Bezug auf Stress und Herzinfarkt der Rosse am Sechseläuten: Ich bin zwar nicht so ein Experte, aber wieso ist denn eigentlich noch niemandem auf den Geist gekommen, an diesem Anlass die Pferde zu tragen, statt zu reiten? Die Trägerinnen und Träger sollten einfach nicht schneller rennen müssen, als dass sie können. Somit bliebe Sechseläuten tiergerecht und Tradition würde auch nicht vernachlässigt.
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  • Kommentar von René Mühlemann, Wädenswil
    Besser das "Säxi-Lüüte" abschaffen, dann wäre auch das Pferdeproblem gelöst. Dito, es gäbe keine Verletzten am "Böög-Grillfest".
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  • Kommentar von W. Pip, Züri
    Knifflige Frage. Eine derart alte Tradition einschneidend zu verändern, braucht gute Argumente. Wenn die absolute Mehrheit von Pferdeexperten, Tierverhaltensforschern etc. einhellig der Meinung ist, das sei Tierquälerei, dann sollten wir damit aufhören und eine akzeptable Veränderung suchen. Die Stierkämpfe in Spanien kritisiert man schliesslich aus demselben Grund und auch diese Veranstaltung hat Tradition. Darüber reden schadet also bestimmt nicht.
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