Zum Inhalt springen

Windkraft im Gegenwind Schaffhauser Projekt stösst auf Widerstand

Geplante Windkraftanlagen haben es vielerorts schwer - so etwa in Stein am Rhein, wo 1300 Einsprachen eingegangen sind.

Legende: Video Umstrittene Schaffhauser Windräder abspielen. Laufzeit 4:46 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 08.01.2018.

Die Idee der Schaffhauser Kantonsregierung ist visionär: An vier Standorten sollen Windräder gebaut werden. Jeder siebte Schaffhauser Haushalt könnte damit künftig mit lokal erzeugtem Windstrom versorgt werden. «Windenergie ist zurzeit etwas vom wirtschaftlichsten, was man neben der Wasserkraft haben kann», sagt Andrea Paoli, Leiter der kantonalen Energiefachstelle.

So viele Einsprachen wie selten
Doch den Projektverantwortlichen weht ein eisiger Wind entgegen. Gegen die Richtplanänderung für die erste Anlage, vier Windräder auf dem Chroobach-Hügelzug in der Nähe von Stein am Rhein, sind 1300 Einsprachen eingegangen. Vor allem von deutscher Seite, von wo die rund 200 Meter hohen Räder gut sichtbar sind.

Auch schweizer Gemeinden bekämpfen das Projekt. So etwa Hemishofen. Gemeindepräsident Paul Hürlimann wehrt sich: «Ich fühle mich den Bürgern verpflichtet, nicht der Stromlobby. Der geplante Eingriff in die Natur ist zu gross. Wir müssen der Landschaft Sorge tragen.»

20 Tote Vögel pro Jahr
Die Projektanten verweisen diesbezüglich auf den vergleichbaren deutschen Windpark Verenafohren. Erst kürzlich hat er unmittelbar neben den Schweizer Dörfern Büttenhard und Merishausen den Betrieb aufgenommen. «Es werden rund 5000 m2 Wald pro Anlage gerodet, die andernorts wieder aufgeforstet werden.»

Auch der Vogelschutz werde beachtet. «Fachleute rechnen mit etwa 20 toten Vögeln pro Jahr und Anlage. Im Vergleich dazu sterben 10 Millionen Vögel an Glasfassaden und Gebäuden, 1,8 Millionen werden von Katzen gefressen», relativiert Andrea Paoli.

(Schweiz aktuell, 19.00 Uhr)

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Peter Brenner (Brenner)
    Ich habe nur Fakten genannt, welche den Windstrom als ungeignet für die Stromversorgung definieren. Was lese ich hier von den Befürwortern? Nur Glaubensätze und Gehässigkeiten, man will die Gegner mit der Mülldeponie "bestrafen". Zugegeben, Sie sind die Mehrheit...genau das ist bedenklich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Silvan Zellberger (vorwärtsstattstillstand)
    Inch staune immer wieder, dass man gegen Windenergie sein kann. Die Schaffhauser sollen dann besser das Atommüllendlager bekommen, dieses stört die Aussicht nicht. Manchmal staune ich über die Ignorranz gewisser Brger...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beni Fuchs (Beni Fuchs)
    Ich versteh diese Aufregung, diesen 'Kampf gegen Windmühlen' nicht. Jede Woche werden in den 'SN' Leserbriefe von Windkraftgegnern publiziert, die mit schlichtweg falschen Informationen gegen diese Projekte wettern. Wir wollen alle immer mehr Strom konsumieren, und müssten uns längst eingestehn, dass die Kernkraft der falsche Weg ist. Ein Hohn erst recht die Einsprachen von deutscher Seite, die den Schaffhausern ja solche Anlagen vor die Nase gesetzt haben. Von mir aus auf jedem Hügel eins.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen