Pilotprojekt des Bundes «Wir begrüssen es»

Der Bund will die Situation von unbegleiteten, minderjährigen Asylbewerbern in Bundesasylzentren verbessern, auch im Bundesasylzentrum auf dem Juchareal. Den Zürcher Sozialvorsteher, Raphael Golta, freuts. Aus dem Parlament kommt Kritik.

Jugendliche Asylbewerber in Zürich

Bildlegende: Unbegleitete, minderjährige Asylbewerber sollen getrennt von Erwachsenen untergebracht werden. Keystone

Schon heute sind im Bundesasylzentrum auf dem Juchareal in Zürich-Altstetten unbegleitete, minderjährige Asylbewerber (UMA) untergebracht. Zur Zeit seien es 15, sagt Michael Glauser, Sprecher des Staatssekretariats für Migration (SEM). Weil die Zahl stark schwankt, können heute nicht immer alle getrennt von den Erwachsenen untergebracht werden.

Ein eigener Trakt und bessere Betreuung

Ab Juli 2017 soll sich das auf dem Juchareal ändern: Die Jugendlichen werden in einem separaten Trakt untergebracht und werden von ausgebildeten Sozialpädagogen tagsüber betreut. Ein Fortschritt, findet der Zürcher Sozialvorsteher Raphael Golta. «Es ist eine generelle Erkenntnis, dass unbegleitete, minderjährige Asylbewerber besser betreut werden müssen, auf allen Ebenen. Von daher begrüssen wir das.»

Bundeslösung nicht praxistauglich?

Vom Zürcher Gemeinderat hat Raphael Golta allerdings den Auftrag erhalten, sich in Bern dafür einzusetzen, dass keine unbegleiteten Jugendlichen und Kinder in Bundesasylzentren untergebracht werden. Linke und Mitteparteien sind der Meinung, diese Zentren seien für sie generell ungeeignet.

Gemeinderätin Linda Bär, SP-Gemeinderätin und Mitunterzeichnerin eines entsprechenden Vorstosses, ist denn auch nicht glücklich mit der Lösung des Bundes: «In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass es dann doch zu Durchmischungen kommt.» Ausserdem habe es im Kanton Zürich genug Plätze in eigens dafür geschaffenen Zentren für unbegleitete Jugendliche und Kinder. «Warum nutzt der Bund nicht diese Strukturen?»

«Es sind noch Gespräche nötig»

Auf diese Diskrepanz angesprochen, meint Golta, er werde mit dem Bund im Dialog bleiben. Es sei jetzt aber zu früh, um zu sagen, wo der Bund, wo die Stadt stehe. «Es sind noch ein paar Gespräche nötig.» Der Bund will die neuen Regeln ein Jahr lang testen und stellt danach eine erste Bilanz in Aussicht.