«Wir erhalten viel zu wenig Aufmerksamkeit»

Sie sind Cup-Sieger, haben den Titel vier Runden vor Ende der Meisterschaft auf sicher und schossen in der laufenden Saison 125 Tore - bei nur 9 Gegentreffern. Die Bilanz der FCZ-Frauen kann sich sehen lassen. Trotzdem kämpft der Frauenfussball auch heute noch um Anerkennung.

Sie spielen gut Fussball, sehr gut. Die FC Zürich Frauen sind Rekordmeisterinnen im Schweizer Frauenfussball: Bisher gewannen die Frauen 17 Mal die Meisterschaft und zehn Mal den Schweizer Cup. Zuletzt in der laufenden Saison.

Sonderausstellung für die FCZ-Frauen

Dementsprechend stolz ist der Club auf seine Frauen: Er widmet ihnen unter anderem eine Sonderausstellung im Club-Museum: «Frauenfussball beim FCZ – Eine Erfolgsgeschichte». Gezeigt werden Bilder, Objekte und Videos aus der über 40-jährigen Geschichte des Frauenfussballs beim FCZ.

Die Vorurteile gegenüber fussballspielenden Frauen seien seinerzeit enorm gewesen. Die Leute hätten nicht verstanden, weshalb es Frauenfussball brauche, meint die Präsidentin der FCZ-Frauen, Tatiana Haenni. «Mittlerweile ist das anders. Die Gesellschaft nimmt zur Kenntnis, dass Fussball auch für Mädchen eine super Sportart ist.» Die Ausstellung präsentiert vor allem aber auch das aktuelle Team und die Erfolge der Neuzeit.

Anerkennung: wenig, Geld: keins

Präsidentin Tatiana Haenni wünscht sich dennoch noch mehr Anerkennung und mehr Aufmerksamkeit für den Frauenfussball. «Oft wird das Niveau kritisiert. Dem möchte ich entgegen halten, dass Frauen nicht gleich gefördert werden wie die Männer - nichtsdestotrotz muss man sagen, Frauenfussball hat sich super entwickelt.»

Ein weiterer Wermutstropfen: Mit Frauenfussball lässt sich kein Geld verdienen. Die Spielerinnen arbeiten neben dem Fussball, nur die Spesen sind bezahlt. «Mit mehr Geld könnten wir uns bessere Trainer leisten und die Spielerinnen könnten beruflich kürzer treten», sagt Haenni, was wiederum die Attraktivität des Frauenfussballs noch weiter steigern würde.

«Do you have the balls?»

Um mehr Aufmerksamkeit zu generieren machen die Spielerinnen der A-Mannschaft mit einem Video auf sich aufmerksam: Darin fordern sie die Männer-Mannschaft des FC Barcelona heraus - zu einem Match. «Do you have the balls», fragen sie frech. Ein grosser Erfolg, sagt Haenni. «Der Clip wurde bereits 120'000 mal angeklickt, es gab Medienanfragen aus ganz Europa.»

Frauenfussball, ist Haenni überzeugt, nützt der ganzen Gesellschaft. «Sport oder Fussball ist gut für jedes Kind - auch für Mädchen.» Haenni hofft, dass in zehn Jahren die Fussballerinnen des FCZ ihre Spiele im neuen Stadion austragen. Vor mindestens 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern, nicht vor 200 bis 300 wie heute.