«Wir können uns den Schutz gegen Überschwemmungen nicht leisten»

Die kleine Gemeinde Zell im Zürcher Tösstal probt den Aufstand. Den Aufstand gegen den Kanton. Genauer gegen die Gefahrenkarte, auf der mögliche Überschwemmungsgebiete eingezeichnet sind. Denn die Massnahmen gegen diese Überschwemmungen gehen in die Millionen. Und dafür reicht das Geld nicht aus.

Ein Mann zeigt auf eine Karte.

Bildlegende: Zu viel rot, orange und gelb: Die Gefahrenkarte des Kantons bereitet Gemeindepräsident Martin Lüdin Sorgen. SRF

Zell ist ein Wasserschloss: der Töbelibach, die Töss, dazu ein Industriekanal, diverse kleine Teiche. Früher war das ein Segen: Das Tösstal gehörte im 19-ten Jahrhundert zu den am höchsten industrialisierten Gebiete Europas. Heute ist es eher ein Fluch. Denn mit dem Wasser kommt auch der Hochwasserschutz.

Seit neustem zeichnet der Kanton Zürich die gefährdeten Gebiete in der sogenannten Gefahrenkarte ein. Eine gute Sache, findet der Zeller Gemeindepräsident Martin Lüdin (FDP). Und trotzdem rekurriert Zell gegen diese Gefahrenkarte - als erste und bisher einzige Gemeinde im Kanton. «Wir befürchten Investitionen in Millionenhöhe», sagt Martin Lüdin und bestätigt damit eine Meldung in der Zeitung «Der Landbote».

Zusammensitzen mit dem Kanton

Doch die Kosten sind nicht das einzige Problem. Der Kanton verlangt, dass die Gemeinde bereits in zwei Jahren präsentiert, wie sie die Massnahmen gegen Überschwemmungen umsetzen will. In zwölf Jahren müssen sie umgesetzt sein. Ein Ding der Unmöglichkeit, findet Martin Lüdin. In einem nächsten Schritt will die Gemeinde sich nun mit dem Kanton zusammen setzen und nach Lösungen suchen.