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Zürich Schaffhausen «Wo hört Satire auf, und wo fängt Schmähung an?»

Der Winterthurer Karikaturist Ruedi Widmer verurteilt den Terroranschlag in Paris aufs Schärfste. Er macht sich aber auch Gedanken über die Grenzen der Meinungsfreiheit.

Das Massaker in Paris macht den Winterthurer Karikaturisten Ruedi Widmer sehr betroffen. Er sei auch erschrocken, jedoch nicht sehr überrascht gewesen. «Es hat ja schon Brandanschläge gegeben und die Polizei war vor Ort.» Persönlich kenne er «Charlie Hebdo» nicht sehr gut. «Die Tatsache dass mein Berufsstand betroffen ist, reicht aber aus, um mich ein wenig aus der Bahn zu werfen.»

Respekt versus Meinungsfreiheit

Ruedi Widmer ist hin- und hergerissen. Er macht sich Gedanken darüber, wie weit Meinungsfreiheit gehen darf. «Wo fängt Respekt an? Wo hört Satire auf und fängt Schmähung an?» Soviel stehe fest: Satire müsse zwingend lustig sein. «Mohammed-Karikaturen waren noch nie wahnsinnige Brüller.» Andererseits soll Satire provozieren, die Leute sollen sich aufregen. Aber eins sei natürlich klar: «Töten ist absolut unverzeihlich.» Da gebe es nichts zu entschuldigen.

Obwohl er selbst die Zeichnungen nicht gemacht hätte, hätten die Zeichner der Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» das Recht gehabt, dies zu tun: «Es war klar definiert: Der Absender war klar, die Haltung auch. Man hat gegen alles geschossen.»

Ob das Ereignis seine Arbeit beeinflusst, kann Widmer noch nicht sagen: «Ich werde weiterhin eine Burka zeichnen». Er habe deswegen auch noch nie Probleme bekommen.

(kerf; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Spätestens wenn sich Satire gegen etwas anderes richtet als das eigene System, müssten eigentlich alle Alarmglocken läuten. Der Hofnarr konnte sich erlauben, den eigenen Herrscher auf die Schippe zu nehmen. Wenn man dies mit seinem Gegner tut, hat das viel mit Propaganda und nichts mit Satire zu tun. Satire sollte eine unreflektierte Haltung hinterfragen und der eigenen Selbsterkenntnis dienen.
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Es ist wohl etwas naiv zu glauben, dass bei irgendeinem abhängigen (wer ist das nicht?) Medienhaus die Pressefreiheit und die freie Meinungsäusserung und die objektive Analyse von Sachverhalten an erster Stelle stehen. Es sind PR-Unternehmen, die sich auf Meinungsbildung spezialisiert haben. Die Beeinflussung in eine bestimmte Richtung ist ihre Aufgabe, die sie trotz strengem Gegenwind noch immer bravourös meistern. Dabei ist das gössere Bild dahinter so leicht auszumachen, wenn man selber denkt
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Ich finde es ausserordentlich heikel, die Rede-und Zeichnung- Meinungs- und Pressefreiheit freiwillig einzuschränken. Alle Themen, auch Religionen, müssen, besonders in der Satire, ohne Einschüchterung angegangen werden dürfen. Oder wie es Franz Hohler ausdrückt: "Ein Attentat auf die Freiheit des Denkens". Diese Freiheiten sind nicht verhandelbar, sondern der Grundsatz unserer Gesellschaft. Europa hat für diese Werte lange genug gekämpft.
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      "Wenn Du wissen willst, wer dich beherrschen will, mußt Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst" Voltaire.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Also uns wurde noch beigebracht, dass man nicht alles was man denkt auch sagen darf & sollte. Kritik zu üben, oder andere auf die Schippe zu nehmen ist ja gut & schön, aber nicht wenn es einfach nur noch respektlos gegenüber anderen ist. Satire die einfach nur beleidigt hat mit Humor überhaupt nichts mehr zu tun. Ist meine persönliche Meinung.
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    3. Antwort von m.mitulla, wil
      @E.Waeden. Wenn ich mich an gewisse Fastnachtssujets erinnere, so waren längst nicht alle nach meinem Geschmack... Trotzdem muss diese Sujetwahl frei bleiben - ob sie gefällt oder nicht, ob sie beleidigt oder nicht - und ob sie gut sei oder eben schlecht. Der Mensch darf denken, zeichnen und diskutieren worüber er mag. Ohne Diskurs gibt es keine Entwicklung. Es bleibt dann nur stumme Unterwerfung.
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