Zum Inhalt springen

Urteil des Mietgerichts Zürcher bietet seine Wohnung missbräuchlich auf Airbnb an

Legende: Video Urteil gegen Airbnb abspielen. Laufzeit 3:02 Minuten.
Aus 10vor10 vom 06.04.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Zürcher Mietgericht hat einen Mieter verurteilt, der seine Wohnung über die Buchungsplattform Airbnb missbräuchlich untervermietet hat.
  • Er muss den Gewinn, den er damit erzielt hat, seinem Vermieter abgeben und darf die Wohnung in Zukunft nicht mehr im Internet untervermieten.
  • Das Gericht kommt zum Schluss, dass dem Vermieter der Wohnung durch die Untervermietung wesentliche Nachteile entstanden sind.

Was sind die rechtlichen Grundlagen? Wer seine Wohnung über Airbnb oder eine andere Buchungsplattform weitervermieten will, der muss dafür grünes Licht von seinem Vermieter bekommen. Dieser kann die Zustimmung verweigern, wenn der Mieter ihm die Bedingungen des Untermietvertrags nicht offenlegt, wenn die Bedingungen missbräuchlich sind, oder wenn dem Vermieter aus der Untervermietung wesentliche Nachteile entstehen.

Um welchen Fall geht es? Der Mieter hatte seinem Vermieter nicht gemeldet, dass er die Wohnung untervermietet. Weiter sind dem Vermieter laut Mietgericht wesentliche Nachteile entstanden, weil sich die anderen Mieter im Haus von den Airbnb-Gästen gestört fühlten. Dies hätte allenfalls zu Ansprüchen an den Vermieter führen können. Weiter mussten die Untermieter zu viel bezahlen, heisst es seitens des Mietgerichts.

Wie lautet das Urteil? Der Mann muss den Gewinn, den er mit der Untervermietung erzielt hat, seinem Vermieter abgeben. Zudem hat ihm das Mietgericht untersagt, die Wohnung in Zukunft wieder im Internet zur Untervermietung auszuschreiben.

Wie fallen die Reaktionen aus? Der Zürcher Hauseigentümerverband zeigt sich zufrieden: «Dieses Urteil bringt für die Verwaltung und für den Vermieter Rechtssicherheit», sagt Direktor Albert Leiser. Und auch Walter Angst vom Zürcher Mieterverband spricht von einem guten Entscheid: «Die Bedingungen für die Untermiete sind für alle gleich.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Diana Kläntschi (WasWäreWenn)
    Bei den heutigen Wohnungspreisen ist das doch kein Wunder und was ist daran verkehrt, dass ein Student sein überteuertes Zimmer an Wochenenden, wenn er seine Eltern besucht, den Touristen die sich kein überteuertes Hotel leisten kann zur Verfügung stellt? Ausserdem kann ein Vermieter ja auch nett darum bitten das zu unterlassen anstatt das gerichtlich zu regeln...zeugt auch von einer monetären Motivation eine solche Aktion egal von welcher Seite man es betrachtet...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Nach einem Vorfall wie diesem bekäme dieser Mieter die fristlose Kündigung von mir. Es ist mir egal warum er auf die Idee gekommen ist und ob er auf diesen Nebenverdienst angewiesen ist - Das Vertrauen wäre unwiederbringlich getrübt. Wenn jemand sein Eigentum auf diese Weise vermieteten will, soll er das machen und das ganze natürlich versteuern wie die Hotels auch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Fürer (Hans F.)
      Exakt meine Meinung!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Der Mietvertrag im versagenden Wonungsmarkt gleicht immer mehr einer Leibeigenschaft des Mieters, als einer Miete auf Augenhoehe. Jeder Hafenkaese muss vom Vermieter bewilligt sein. Und wo "illegale" Gewinne wirklich angefallen sind, hat der Staat diese einzuziehen. Es steht dem Vermieter frei, Ersatz fuer wirklichen Schaden (nachgewiesene Mietminderungen anderer Mieter) zu verlangen. Aber da wird meistens doppelt kassiert (volle Mieten auch von Laermbelaestigten, feudale Gewinnablieferung des "
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Ich widerspreche energisch. Das eigentum des vermieters ist heute de facto in sozialistischer manier enteignet. Mietnomaten? Säumige zahler? Lärmende bewöhner? Keine chance, sie innert nützlicher zeit loszuwerden. Mietgerichte gewähren selbst für jede frechheit fristerstreckung, der bürokratieaufwand ist enorm, ruhe in ein haus zu bringen. Kosten darf die miete nichts, obwohl mieter NULL ahnung haben, was eine liegenschaft im unterhalt so kostet. Das ist alles nur dummes gemotze.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Charles Dupond (Egalite)
      @Pip - Fake-News! Der Vermieter lebt in einer ruhigen Villa und schliesst mit Kreti und Pleti Vertraege nach seiner Wahl. Niemand zwingt ihn Mietnomaden, Zahlungsunfaehige und Nachtlaermer aufzunehmen oder gar zu behalten. Mit dem Quartierueblichkeitsschwindel wird schon laengst eine wucherisch weit ueber den Kosten angesetzte Miete abgezockt. Und gegen vom Vermieter ausgesuchte Nachtlaermer wird weder durchgegriffen noch den Opfern Mietminderungen freiwillig gewaehrt. Der Vermieter hat ja Ruhe
      Ablehnen den Kommentar ablehnen