Zürcher Öko-Kraftwerk hilft Bündner Fischen

Drei Jahre lang haben sie diskutiert: das Stadtzürcher Elektrizitätswerk (EWZ) mit Vertretern des Naturschutzes. Streitobjekt: das Wasserkraftwerk Castasegna im Bündner Bergtal Bergell. Nun ist man sich einig über die Restwassermenge. Dem EWZ bringt dies das höchste Ökostrom-Label.

60 Jahre lang floss fast das gesamte Wasser beim Bergeller Kraftwerk Castasegna in die Stromproduktion. Der Bach Maira war entsprechend leer und fischarm. Das geht aber unterdessen nur schon von Gesetzes wegen nicht mehr. Das Stadtzürcher Elektrizitätswerk (EWZ), dem das Kraftwerk gehört, und der WWF wurden sich aber lange nicht einig, wie viel Restwasser in Zukunft durchs Bergell fliessen sollte.

Die Lebenschlagader lebt wieder

Schliesslich waren beide Seiten mit 1000 Litern pro Sekunde zufrieden. Am Dienstagnachmittag wurden die Schleusen geöffnet. Anita Mazzetta, Geschäftsleiterin des WWF Graubünden ist begeistert: «Der Unterschied ist eindrücklich. Dieser Bach ist die Lebenschlagader des Bergells. Nun bietet er den Fischen und anderen Wasserlebewesen, aber auch vielen Pflanzen wieder einen Lebensraum», sagt sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen.»

Auch beim EWZ reibt man sich die Hände. Denn die Verbesserung der Umweltsituation bringt dem Kraftwerk das Top-Ökolabel «Naturemade Star» ein. Castasegna wird zum grössten Öko-Wasserkraftwerk der Schweiz. Es produziert rund 100 Megawattstunden Strom pro Jahr. Der Strom fliesst fast ausschliesslich in städtische Bauten: die Verwaltung, Schulen und Spitäler. «Dank dem, dass das Kraftwerk Castasegna jetzt zertifiziert ist, können wir die Nachfrage nun ganz aus eigener Kraft abdecken», sagt Kraftwerk-Leiter Andrea Fasciati.