Zweiter Anlauf für einen neuen Aussichtsturm auf dem Randen

Der neue Turm ist 19 Meter hoch und überragt die Bäume nicht. Er hat keinen Sockel und keinen Turmaufbau. Zudem setzt er ein ökologisches Zeichen: Er stammt nämlich zum grossen Teil aus Holz aus dem Siblinger Wald. Das letzte Wort über die Realisierung hat die Siblinger Stimmbevölkerung.

Die Enttäuschung war riesengross, als das Schaffhauser Obergericht Ende 2011 der Gemeinde Siblingen verbot, den geplanten Randenturm zu realisieren. Er passe nicht in die Landschaft, fanden die Richter. Die Gemeinde stand vor einem Scherbenhaufen. Nun hat der Gemeinderat der Bevölkerung eine Alternative vorgestellt.

Das neue Projekt «Chläggiblick»  stammt vom jungen Beringer Holzbauingenieur Michael Hübscher. Es ist ein Holzturm in der Form eines Baumes mit drei Stämmen, um die  die Besucher quasi herumgehen können. Das heisst: Beim Aufstieg sollen die Besucher die Bäume rundherum erleben können. «Das Design haben wir von der Natur abgeschaut. Der Turm wächst quasi wie ein Baum in die Höhe und wird oben immer lichter», sagt Michael Hübscher. Das Turm-Projekt entspricht damit den Vorgaben, die das Schaffhauser Obergericht für einen Turm im BLN-Gebiet Randen gemacht hat.

Am 5. Juni müssen die Siblinger Stimmberechtigten an einer Gemeindeversammlung definitiv entscheiden, ob die Gemeinde das Projekt «Chläggiblick» realisieren und dafür einen Kredit von 520‘000 Franken bewilligen soll. Der Neubau soll den bestehenden baufälligen Randenturm aus den 1880er Jahren ersetzen. An der Informationsversammlung von gestern Abend gab es nur ein einziges kritisches Votum: Der Turm sei zu wenig hoch, wurde bemängelt. Alle andern Siblinger nannten das neue Projekt «originell und speziell». Der Siblinger Gemeindepräsident Matthias Peter ist vom neuen Projekt wegen seiner schlichten Form überzeugt.