Wie soll Allschwil sein Verkehrsproblem lösen?

Soll Allschwil eine Umfahrungsstrasse bekommen? Über diese Frage stimmt das Baselbiet am 8. März ab. Die Befürworter glauben, die Umfahrung werde Allschwil von den Blechlawinen befreien. Die Gegner argumentieren, die Strasse würde das Problem bloss verlagern.

Eine Karte zeigt, wo die Umfahrung durchführen könnte.

Bildlegende: Für die Umfahrung Allschwil gibt es erst Vorkonzepte. Google Maps

Dass Allschwil ein Problem mit dem hohen Verkehrsaufkommen hat, darüber sind sich alle einig. Die Geister scheiden sich bei der Frage, wie das Problem zu lösen wäre. Hanspeter Frey, ehemaliger FDP Landrat aus Allschwil und Präsident des Pro-Komitees, sagt: «Die Umfahrung würde das ganze heutige Strassennetz entlasten.» Unterstützung findet das Pro-Komitee vor allem bei den Bürgerlichen.

Martin Rüegg im Studio des Regionaljournal Basel.

Bildlegende: Martin Rüegg: «Wir sagen nicht grundsätzlich Nein» SRF

Anderer Meinung sind rot-grüne Politikerinnen und Politiker, wie zum Beispiel der SP Landrat Martin Rüegg: «Es ist unklar, wohin der Verkehr der Umfahrungsstrasse fliessen soll. Das ist bloss eine Verlagerung des Problems.» Die Initiative ist sehr offen formuliert und definiert nicht genau, wo die Strasse durchführen und wohin der Verkehr geleitet werden soll. Auch Rüegg ist der Meinung, Allschwil habe ein Verkehrsproblem. Dieses müsse aber mit einem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, wie zum Beispiel mit mehr Trams, angepackt werden.

Zwei Strassen

Die Gegner der Vorlage fügen an, dass die Initiative aus zwei Bau-Projekten besteht: Die Umfahrungs-Strasse einerseits und einen direkten Autobahn-Anschluss für Allschwil anderseits. In der zweiten Frage sind sich beide Seiten einig: «Wir sagen nicht grundsätzlich Nein. Der Autobahn-Zubringer zur Nordtangente macht aus unserer Sicht auch Sinn», sagt Martin Rüegg. Sinnvoll, weil so das florierende Gebiet rund um das Bachgraben gut erschlossen werde. So könne die Wirtschaftsoffensive der Baselbieter Regierung in Allschwil weiter Wirkung zeigen.

Hanspeter Frey im Radiostudio.

Bildlegende: Hanspeter Frey: «Die Umfahrung würde das Strassennetz entlasten» SRF

Beide Seiten sind sich also einig, dass Allschwil im Früh- und Feierabendverkehr ein Problem mit den Blechlawinen hat. Auch in der Frage des Autobahnanschlusses ist man sich einig. Die Geister scheiden sich aber bei der Frage der Umfahrungs-Strasse. Hier tut sich ein ideologischer Graben auf: Die Bürgerlichen wollen mehr Strassen; Rot-Grün plädiert für mehr Busse und Trams und lehnen deshalb die Vorlage ab.

Drei weitere Abstimmungen im Baselbiet

  • Die Vorlage «Befristung der Aushangdauer von Wahl- und Abstimmungsplakaten» verlangt, dass Plakate frühestens sechs Wochen vor der Abstimmung aufgestellt werden dürfen.
  • Die Initianten von «Vo Schönebuech bis suuber» wollen mit Bussen Littering bekämpfen.
  • Die Initiative «Strassen teilen» verlangt die Förderung des Fuss-, Velo- und des öffentlichen Verkehrs.

(Regionaljournal Basel, 17.30)

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Bald kein Plakat-Wald mehr in Baselland?

    Aus Echo der Zeit vom 1.3.2015

    Wer für ein politisches Amt kandidiert, muss für sich werben. Ein gutes Mittel dazu sind Wahl- und Abstimmungsplakate. Besonders viele hängen jeweils im Kanton Baselland an den Strassenrändern. Das könnte sich bald ändern. Am 8.

    März stimmt die Bevölkerung über eine Vorlage ab, die die Plakatflut eindämmen will.

    Patrick Künzle