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AHV-Initiative AHV: Sieger und Verlierer hoffen auf ausgewogene Lösungen

In der Altersvorsorge sind Kompromisse nötig. Da sind sich Gegner und Befürworter einig.

Der Freiburger SP-Nationalrat Jean-François Steiert bedauert das Scheitern der von den Gewerkschaften lancierten «AHVplus»-Initiative. All jene, die vor allem mit der AHV leben müssten, hätten damit ein wenig entlastet werden können, sagte er gegenüber SRF News.

Ausgewogene Lösungen sind gefragt

Jedes Resultat über 40 Prozent Zustimmung sei aber ein Zeichen, dass sich deutlich mehr als das übliche linke Potenzial Verbesserungen wünsche. Dies bedeute, dass in der ab Montag laufenden Debatte zur Rentenreform im Nationalrat ausgewogene Lösungen gefunden werden müssten. «Etwas mehr AVH-Rente wird es brauchen, sonst bringen wir keine Lösung hin, die am Schluss in diesem Land mehrheitsfähig ist», so Steiert.

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel zeigt sich erleichtert über das Nein. Die jetzige Initiative hätte die Verbesserungen nicht am richtigen Ort gebracht. Auch wäre sie zu teuer gewesen und hätte die Lage der AHV weiter erschwert.

Legende: Video «Arbeitgeberverband zum Nein-Trend «AHVplus»» abspielen. Laufzeit 2:43 Minuten.
Vom 25.09.2016.

Das Resultat zeige, dass die Bevölkerung derart extreme Ausbaupläne nicht akzeptiere. Die Geschichte zeige wiederum, dass das Volk auch Abbaupläne in der Altersvorsorge nicht goutiere: «Es brauche deshalb nun einen guten Kompromiss.»

Streit geht weiter

Arbeitgeberpräsident Valentin Vogt spricht von einen gutem Sonntag für die Wirtschaft, speziell auch, was «AHVplus» betreffe. Wenn das Schweizer Volk 200 Franken mehr Rente ablehne, zeige das einmal mehr, wie mündig es sei. Vogt wertet das Abstimmungsresultat als «klares Signal zum Ende des Rentenausbaus».

Trotz deutlichem Nein an der Urne gehen die «AHVplus»-Initianten in die Offensive. Vor allem die zustimmendem Voten aus der lateinischen Schweiz zeigen laut SGB-Präsident Paul Rechsteiner: «Rentenkürzungen kommen bei der Bevölkerung nicht infrage.» Das Resultat um die vierzig Prozent sei ein Fingerzeig ans Parlament, erklärte der Chef des Gewerkschaftsbundes: «Es ist jetzt klar, dass Rentenverschlechterungen vom Stimmvolk nicht goutiert würden.»

Legende: Video «Corrado Pardini: «Nein zur AHV-Initiative zeigt geteilte Schweiz»» abspielen. Laufzeit 1:56 Minuten.
Vom 25.09.2016.

Eine geteilte Schweiz

Der Berner SP-Nationalrat Corrado Pardini weist auf das Ja in der Westschweiz hin. «Unsere Kampagne hat in der lateinischen Schweiz eine Mehrheit gefunden. Gereicht hat es vor allem in der Deutschschweiz nicht. Das zeigt: Wir haben eine geteilte Schweiz. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir in dieser Frage nicht am Ende des Lateins sind.»

Tweets zur AHV-Initiative

4 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Logo: Die vielen, sehr gut verdienenden PolitikerInnen, kassieren in jedem Fall und "sahnen" ab und das von den VOLKS-Steuergeldern!! Wer sollte sich da um Fairness und notwendige AHV-Renten- Erhöhungen kümmer?? Doch nicht etwa die gierigen, egoistischen, angeblich christlichen, sozialen, oder gar volksnahen VertreterInnen im Politfilz CH?? Wann erwacht das VOLK endlich und handelt eigenständig??
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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Nun gut, seit vielen Jahren sind die Lohnprozente für die AHV/IV/EL nicht mehr angehoben worden, obwohl die Löhne angestiegen sind. Da wär was zu machen. Zuzüglich die Lohnprozente aus der 2. Säule, die man abschaffen kann, weil sie diskriminierend ist & Ungleichheit schafft. Weiterhin die Renten der Teuerung angepasst, können Renten nach Sanierung der 1. Säule dann auch etwas mehr erhöht werden.
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    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Die Löhne sind schon belastet genug - auch die AHV- Renten müssen besteuert werden. Zudem belasten höhere Mehrwertssteuern eben gerade kleine Einkommen überproportional. Daneben schleicht sich die Wirtschaft mit immer geringeren Kosten aus der Verantwortung. Die Unternehmenstteuerreform II hinterlässt in der Bundeskasse jährlich ein Loch von 10 Mia! CHF. Einkommen aus Arbeit werden besteuert - Einkommen aus den Aktien- und Finanzmärkten nicht. DAS ist ungerecht.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Teure "Volks-ZertreterInnen", mit lebenslangen, "fetten" Pensionen, kümmern sich nicht um Mini-Renten von tausenden von BürgerInnen, welche damit kaum leben können! Eigeninteressen und "Panikmacherei", konnten einmal mehr, einen erschreckenden Grossteil der Bevölkerung beeinflussen!! Nicht die "Alten", welche eine Leben lang arbeiteten und sparten sind die Gefahr für die AHV, sondern diejenigen, welche sich an der Volks-AHV bereichern!! AUFWACHEN Schweiz!
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