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Ecopop-Initiative Nicht alle sind gegen Ecopop

Von links bis rechts, über Mitte zu grün und liberal: Alle grossen Parteien sind gegen die Ecopop-Initiative. Trotzdem gibt es auch Persönlichkeiten aus genau diesen Parteien, welche das Volksbegehren unterstützen. Auch von Mitte-Links.

Legende: Video Ecopop lanciert Abstimmungskampf abspielen. Laufzeit 01:44 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.10.2014.

Die Ecopop-Initiative sei unmenschlich und gefährlich, erklärte das linke Gegenkomitee, das gestern an die Öffentlichkeit trat. Darüber regt sich Anne-Marie Rey auf. Die bekannte Frauenrechtlerin und langjährige SP-Politikerin unterstützt die Initiative, die die Einwanderung stark begrenzen will.

Problem an der Wurzel packen

Es könne nicht sein, dass Jahr für Jahr in der bereits dicht bevölkerten Schweiz netto weitere 80'000 Einwohner hinzukämen, sagt sie. «Das muss aufhören; das müssen auch SP-Leute allmählich einsehen.» Zwar seien inzwischen auch viele SP-Politiker der Meinung, dass es Probleme mit der Einwanderung gebe, sagt die frühere Berner Grossrätin. Aber sie trauten sich nicht, das Problem an der Wurzel zu packen.

An der SP-Basis sehe es da zum Teil anders aus. «In meiner Sektion hat an einer Parteiversammlung die Hälfte der Anwesenden die Initiative unterschrieben», hat Rey beobachtet. Die öffentliche Diskussion sei aber schwierig, beklagt sie sich. Denn wer Ecopop unterstütze, werde schnell als rechts abgestempelt.

Dabei sei es einfach eine Tatsache, dass das Bevölkerungswachstum zu mehr Umweltbelastung führe. Und dass die Ecopop-Initiative neben der Zuwanderungsbegrenzung auch noch verlangt, die Familienplanung in der Dritten Welt stärker zu unterstützen, könne sie als Frauenrechtlerin nur begrüssen.

Genug zubetoniert

Ebenfalls für die Initiative ist der frühere EVP-Nationalrat Ruedi Aeschbacher. Das ist für viele erstaunlich, denn er hat in sozialpolitischen Fragen meistens mitte-links-Positionen vertreten. Der Zuwachs an Einwohnern in der Schweiz gehe auf das Konto der Zuwanderung, stellt er fest. Da müsse man Massnahmen ergreifen, damit die Landschaft in der Schweiz nicht noch mehr zubetoniert und die Natur noch weiter zurückgedrängt werde.

Auch als Politiker mit christlichem Hintergrund stehe er zu Ecopop. «Jene, die verfolgt sind, können nach wie vor in unser Land kommen, kein Problem», betont er. Auch Zuwanderung sei weiterhin möglich.

Was passiert mit den Bilateralen?

In der Praxis dürfte das allerdings nicht mehr ganz so einfach sein. Denn die Initiative verlangt, dass unter dem Strich nur noch etwa 16'000 Menschen in die Schweiz zuwandern dürften. Ausserdem ist höchst zweifelhaft, ob es auf dieser Basis noch bilaterale Verträge mit der EU geben würde.

Das sei tatsächlich ein Problem, räumt auch die Ecopop-Unterstützerin und Sozialdemokratin Rey ein. «Aber solange wir innerhalb Europas ein so grosses Wohlstandsgefälle haben, ist es einfach nicht möglich, für alle die Grenzen offenzuhalten.»

Bis zum 30. November geht die Diskussion nun weiter, ob Ecopop die Schweiz in die Isolation führt. Dann wird abgestimmt.

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114 Kommentare

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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Bei dieser ganzen Diskussion geht leicht vergessen, dass auf dem Arbeitsmarkt auch immer mehr eingewanderte Ausländer bereits niedergelassene Ausländer verdrängen und in die Arbeitslosigkeit befördern ( später in die Sozialhilfe). Im Gesundheitswesen betreuen immer öfters Ausländer Ausländer, viele Ausländer und ausländische Firmen betreiben massives Lohndumping und Schwarzarbeit. Rund 45% aller Arbeitslosen, Sozialhilfeempfänger und IV-Bezüger sind Ausländer, die PFZ erbringt keine Rendite.
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    1. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      Ausländer werden (natürlich auch von Ausländern) hereingeholt zu Dumpinglöhnen resp sie kommen wegen höherer Löhne als in ihren Herkunftsländern, ahnen im Vorfeld aber nicht, dass diese ihnen, geschweige denn ihren Angehörigen zum Leben hier eben nicht reichen. Sie geraten in die Schuldenfalle oder müssen EL beantragen... samt Familiennachzug! Und, spez.auch in der Bauindustrie, sie werden geholt und nach der Saison wegrationalisiert, uns Steuerzahlern zum Durchfüttern abgeschoben.
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Wenn sich weiterhin jedes Jahr vergleichsweise fast eine Stadt Winterthur in unserem kleinen Land neu ansiedelt, leben 2035 gemäss Bundesrats-Szenario rund 10 Millionen Menschen in unserem Land. Und in weniger als 50 Jahren wären es bei linearer Hochrechnung 16 Millionen. Jedes Jahr weitere 80'000 Personen bedeutet: jedes Jahr zusätzlich 35‘000 Wohnungen, 42‘000 Autos, 3 Spitäler, 160 Ärzte, 600 Krankenschwestern, 72 Schulhäuser, 300 Schulklassen, 500 Lehrer – und immer weniger Natur.
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    1. Antwort von P. Studer, Zug
      wenn Sie 2050 all diesen Menschen, auch ihren Kindern und Enkeln, die Pässe wegnehmen und der fleissigsten, arbeitsamsten und ehrbarsten Hälfte von Ihnen die Schweizer Staatsbürgerschaft neu verleihen würden, wer alles würde die wohl erhalten? Anders gefragt: Was hat eines der grössten Probleme der Menschheit mit der Farbe des Passes zu tun? Wollen Sie die echten Probleme der nahen Zukunft wirklich lösen oder "Auserwählte" bestimmen?
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      P. Studer,keiner kann uns bei 25%Ausländeranteil u.ca.40'000 Einbürgerungen/J Fremdenhass vorwerfen.Fakt ist,unser Bev'zuwachs erfolgt nur durch Zuwanderung+Folgen.1/2 unsrer AL+Soz'abhängigen sind Ausländer,die Gesausgaben für Soz.Sicherheit von zZ 153Mia/J steigen zunehmend jährl.um 5Mia.Natur,Gewässer,Infrastruktur ertragen keine weitere Mio Zuwachs,auch keine Grünsocken,denn auch sie benutzen alles.Überbevölkerung,ob zugewandert od.Eigenreproduktion,ist glob.Ursache fast aller Probleme!
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    3. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      R.Anderegg,die Flut an Psychiatern müsste man noch expl.erwähnen.Die CH nimmt da eine Spitzenposition ein.Je mehr Menschen,desto mehr Psychopathen.Auch deshalb,weil der Mensch als Teil der Natur eigentlich ein natürliches Umfeld braucht,um ausgeglichen u.gesund zu sein.Allzu viele unsrer Gesellschaft kennen das nicht mehr,leben in Betonwüsten,unnatürlich,zugedröhnt mit Lärm,Gestunk+Gestank,ohne Bezug zur Natur,Bäume,Gemüsegarten,Heuschreckengezirpe,Stille.Das färbt auf Verhalten+Kreativität ab.
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    4. Antwort von Patrick Tanner, Zürich
      Danke vielmals Herr Anderegg für Ihre richtigen und klaren Worte und für Ihr Engagement für ECOPOP.
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    5. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Herr Hermann, nicht zu vergessen die Sozial-und Asylindustrie der Linken, die Teil des Problems ist.
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  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Aus diversen Rückmeldungen ist mir bekannt, dass sehr viele Leute aus der SVP Basis der ECOPOP zustimmen werden. Vermutlich die grosse Mehrheit der Basis. Bei SP und Grünen werden auch bis zu 50% der Basis für Ecopop stimmen. Alleine diese vielen Ja Stimmen aus den Polparteien werden 1/3 aller Ja Stimmen ergeben. Dazu kommen noch viele Parteiunabhängige und über die Umsetzung der MEI enttäuschte Bürger. Diese Leute stützen so noch zusätzlich das Ja-Lager, Annahme im Bereich des möglichen.
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