Zum Inhalt springen

Masseneinwanderungs-Initiative «Für die Schweiz eine ganz normale Diskussion»

Die SVP-Initiative «Gegen Masseneinwanderung» wolle den Zustand vor Einführung der Personenfreizügigkeit wiederherstellen, sagt der Migrationsforscher Gianni D'Amato. Die Diskussion über Ausländer in der Schweiz hat Tradition. Und Volksabstimmungen zum Thema ebenfalls.

«Ich sehe die SVP-Initiative in einem antieuropäischen Zusammenhang», stellt Professor Gianni D'Amato fest. Das Volksbegehren versuche den Paradigmawechsel, der sich mit den Bilateralen Verträgen mit der EU ergeben hat, rückgängig zu machen. Mit anderen Worten: Zurück zu Ausländer-Kontingenten – Schluss mit der Freizügigkeits-Praxis, die nicht mehr zwischen EU-Ausländern und Schweizern unterscheidet.

Latente Deutschen-Feindlichkeit

Das schweizerische Erfolgsmodell habe in den letzten Jahren sehr viele Menschen angezogen. Auf dem Arbeitsmarkt gebe es aber kaum Konkurrenz zwischen Schweizern und den neuen Einwanderern, weil sie sich komplementär zueinander verhielten, glaubt D'Amato. Einzig bei den oberen Kadern und den Akademikern ortet er eine Konkurrenzsituation. Die SVP-Initative versuche denn auch, auf den Zug der latenten Deutschen-Feindlichkeit aufzuspringen.

Ausländer-Diskussion hat Tradition

In der Schweiz hätten Initiativen zur Frage der Ausländer im Land jahrzehntelange politische Tradition. Dabei sei die wirtschaftliche Situation im Moment der Lancierung von solchen Volksinitiativen kaum massgebend: «Die Initiativen haben wenig mit dem Bruttosozialprodukt oder der Konjunktur zu tun», stellt D'Amato fest. «Sie haben mit der Gefühlslage der Schweizerinnen und Schweizer zu tun – und wie sie ihre Umwelt wahrnehmen.» Insofern seien SVP- und Ecopop-Initiative «für die Schweiz eine ganz normale Diskussion.»

Zur Person

Zur Person

Gianni D'Amato ist Professor für Migration an der Universität Neuenburg.

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Sie haben völlig recht, M.Steiner. Dieser Bericht geht an der Volksseele vorbei. Herr Professor hat nichts, gar nichts verstanden, genauso wenig wie die andern Parteien. Sie sind wie Pestizide, resistent gegen den Volkswillen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Der Bericht geht an ihrer Seele vorbei. Sie dürfen sich nicht anmassen, sie seien das Volk.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Die Volksgruppe, die in den letzten Jahren viel stärker zugenommen hat, als die der Ausländer, ist jene der Xenophoben. Sie stieg dank der geschickten Propaganda eines einzelnen Mannes, der sich eine Partei kaufte, um die Empörten zu sammeln und dafür war es sehr hilfreich, dass es Ausländer gibt, denn so lassen sich die Mannen hinter sich scharen, weil der Feind ist immer der Fremde, aber dass ist nichts neues, denn dass machte so ziemlich jeder Führer seit Jahrtausenden immer gleich.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von L. Meier, Zürich
      @Samuel Bendicht: ...Sie haben völlig recht. Ich würde auch nicht in einem Land leben wollen, wo die alten Führer 60 Mio. Kriegstote zu verantworten haben, und der potentionelle zukünftige Führer wieder Kriegsdrohungen ausstösst.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Albert Planta, Chur
      @Samuel Bendicht: ...Sie haben völlig recht. Bevor der Herrliberger die politische Bühne betrat hatten wir in der Schweiz eine Konsenspolitik. Und was die Blochianer immer wieder unterschlagen: ohne die tatkräftige Mithilfe von Ausländer (früher Fremdarbeiter) wäre der Erfolgsstaat Schweiz nie realisiert worden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Gunnar Leinemann, Teuffenthal
    Ganz normale Ausländerfeindlichkeit eben. Man denke an die Zeit der italienischen Einwanderer.. Und das alles in einem Land, in dem man nie weiss, ob der Franzose oder Italiener, oder der Süd-Tiroler nicht doch Schweizer sind. Absolut lächerlich, diese Macke der Schweizer. Aber selbst die Kantone habe ja Mühe miteinander... und das Wallis sieht alle anderen als "Üsserschwiezer". Jetzt kommt langsam mal wieder von den Bäumen, liebe (L)eidgenossen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von L. Meier, Zürich
      @Gunnar Leinemann: ...Sie haben noch unsere Lieblinge vergessen -->die Störche; ...die mit dem grossen Schnabel und Drang nach Süden!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Markus Guggisberg, Busswil
      Spätestens wenn Sie von den Ausländern zum Ausländer erklärt werden, wird es Ihnen vermutlich klar werden, was Ihnen die Heimat bedeutet und dass die Beschränkung der Zuwanderung nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun hat.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen